Veranstaltungsarchiv

Jüdisch-arabische Verständigung vor 1948 und Ideen des zentraleuropäischen Zionismus. Geschichte und Fragen für Heute. Anja Siegemund im Gespräch mit Amir Teilhaber
Ort: Limmud Festival / Maritim Hotel
Beginn: 21.00 Uhr
Adresse: Doktor-Marc-Straße 4, 34537 Bad WIldungen
Webseite: www.limmud.de
Anmeldung unter: https://www.limmud.de
Die Forderung nach »Verständigung mit den Arabern« war eines der herausragendsten Kennzeichen des zentraleuropäischen Zionismus – das Buch entfaltet ein Panorama von Menschen, Motiven, Konzeptionen und Hoffnungen.
»Verständigung« – so lautete ein verbreitetes Losungswort im zentraleuropäischen Zionismus. Dies war nicht kongruent mit dem Plädoyer für ein binationales Gemeinwesen, das viel Aufmerksamkeit erfahren hat. Anja Siegemund weitet den Blick auf »Verständigungszionismus« und beleuchtet dessen Gesamtgewebe in seiner Vielschichtigkeit: Wertesysteme, Kontexte und Netzwerke sowie Programmatik und Fraktionen. Sie geht den Herausforderungen und Zäsuren vom Fin de Siècle bis zur Gründung des Staates Israel sowie den politischen Engagements und Kontroversen seiner Protagonist:innen nach – nicht zuletzt deren Ambivalenzen und Unsicherheiten. Was implizierten sie mit »Verständigung«, welche Möglichkeiten sahen sie dafür, wie stellten sie sich die jüdisch-arabischen Beziehungen vor? Thematisiert werden damalige grundlegende Debatten und Konflikte, die nicht an Aktualität eingebüßt haben: um die politische Verfassung des Landes, Bevölkerungsmehrheiten, die Frage, wem das Land »gehört«, um die Verteilung von Boden und Arbeit. Gegenstand sind ebenso die Selbstverständnisse der Menschen, ihre Suche nach Zugehörigkeit, ferner ihr Ringen um eine Verbindung von Separatismus und Universalismus – und ihre Zukunftsvisionen. Diverse Forschungsdiskussionen werden adressiert, etwa darüber, ob dieser Zionismus liberal, »völkisch« oder kolonial war.

Jehona Kicaj: ë | Im Rahmen der Tage der deutschen Sprache im Kosovo
Ort: Nationalbibliothek des Kosovo
Beginn: 16.00 Uhr
Adresse: Sheshi Hasan Prishtina, Prishtina, Kosovo

Alexander Walther: Die Shoah und die DDR. Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus
Ort: Stadtbibliothek Magdeburg
Beginn: 17.00 Uhr
Adresse: Breiter Weg 109, 39104 Magdeburg

Wilhelm Bartsch: Meckels Messerzüge
Ort: Felix Jud
Beginn: 19.00 Uhr
Webseite: felixjud.com
Wilhelm Bartsch liest aus seinem neuen Roman „Meckels Messerzüge“ (Wallstein, 28 €)
Frauke Otto präsentiert eine Auswahl ihrer Künstlerbücher.
Das Künstlerpaar Frauke Otto und Wilhelm Bartsch aus Halle verbindet die Begeisterung für Literatur und Buchkunst. Frauke Otto zählt zu den bedeutendsten Gestalterinnen von Künstlerbüchern in Deutschland. Wilhelm Bartsch erhielt für sein schriftstellerisches Werk zahlreiche Preise, zuletzt 2025 den Bremer Literaturpreis. In einem Gespräch im Anschluss an Lesung und Buchpräsentation wird deutlich, wie sich beide gegenseitig inspirieren und zusammenarbeiten.
Die Veranstaltung wird gefördert von Felix Jud Friends e.V.
Maximale Teilnehmerzahl: 20, Eintritt frei
Anmeldung bei Frau Cornelia Eberhardt: c.eberhardt@felixjud-friends.com
Warum eigentlich Klassiker? Wallstein Abend mit Thedel v. Wallmoden
Ort: Museumsgesellschaft Ulm e.V.
Beginn: 19.30 Uhr
Adresse: Neue Straße 85, 89073 Ulm
Webseite: www.museumsgesellschaft-ulm.de
Warum eigentlich Klassiker?
Gespräch und Lesung mit Thedel v. Wallmoden
Lesepassagen: Edith Erhardt, Theaterei Herrlingen
Moderation: Florian L. Arnold
Brauchen wir wirklich neue Ausgaben der deutschsprachigen Literaturtradition? Haben ältere Texte uns heute noch etwas zu sagen, und ist ihre Kenntnis immer noch ein unverzichtbares Bildungsgut? Können Klassiker überzeitliche Antworten auf unsere aktuellen Fragen liefern?
Ein wesentlicher Grund, sich erneut den Klassikern zuzuwenden, liegt in ihrer Sprache: Sie altert nicht und hält auch nach Jahrhunderten noch Überraschungen bereit. Zugleich sind diese Werke unser kulturelles Gedächtnis. Eng verknüpft mit der Frage, welche Bücher zu den grundlegenden Texten einer Literatur zählen, steht die stets neu zu führende Debatte über einen Kanon.
Über diese spannenden Aspekte diskutiert Florian L. Arnold mit dem Verleger Prof. Thedel v. Wallmoden. Der Wallstein Verlag verbindet in seinem Programm Gegenwartsliteratur – etwa von Cécile Wajsbrot und Jehona Kicaj – mit bedeutenden Editionen klassischer Autorinnen und Autoren wie Goethe, Rilke, Kafka oder Joseph Roth. Exemplarisch stehen dafür Christine Lavant, deren eindringliche Lyrik eine unverwechselbare Stimme der Nachkriegszeit bildet, und Peter Rühmkorf, der Gesellschaftskritik mit sprachlicher Virtuosität verbindet.
Die Auswahl zeigt: Der Dialog mit der Vergangenheit bleibt lebendig – und erschließt sich heutigen Leserinnen und Lesern immer wieder neu. Oder, mit Italo Calvino: „Klassiker sind Bücher, die jedes Mal umso neuer wirken, wenn man sie wiederliest.“

Peter Handke und Manfred Osten: »Sterne glänzend im angebissenen Apfel«
Ort: Neustädter Hof und Stadtkirche
Beginn: 18.30 Uhr
Adresse: Rote Reihe 8, 30169 Hannover

Christoph König: Kreativität
Ort: Galerie Sommer
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Liebenauer Hauptstraße 322, 8041 Graz, Österreich
Webseite: www.galeriesommer.com
"Kreativität - Lektüren von Rilkes Duineser Elegien" nennt sich eine philologisch-philosophische Untersuchung von Prof. Christoph König (2023 im Wallstein Verlag erschienen), auf deren Grundlage Paul Renner einen Zyklus von über 40 Bildern schuf. Renner stellt damit seine Wahrnehmung vom Arbeitsprozess an den Elegien in den Mittelpunkt, also wie etwas entsteht, und nicht, was es ist. Zwar formen die Titel aller Werke immer noch eine bildhafte Klammer, aber die dient ihm zum Zweck anarchischer Ordnung. Das Wort kann Ton, Farbe, Geruch, Gefühl, Form oder Inhalt sein. Alles zusammen bleibt es Eins. Die Galerie Sommer zeigt diesen Zyklus an Bildern zum ersten Mal.

Bernhard Strebel: Gewalt im KZ und eine humanitäre Rettungsaktion
Ort: Saal in der Alten Feuerwache
Beginn: 17.00 Uhr
Adresse: Wehrstraße 27, 38226 SZ-Lebenstedt
Webseite: gedenkstaette-salzgitter.de
Im November 1944 bildete Watenstedt mit knapp 3.600 Häftlingen (Männer und Frauen) das größte Außenlager im Lagerkomplex Neuengamme. Bislang unbemerkt blieb, dass es nur einen Monat später in Folge von Produktionseinbrüchen teilaufgelöst wurde. Nach einem Bombenangriff entwickelte sich Watenstedt ab Januar 1945 zu einem Trümmerbeseitigungs- und Krankenlager und schließlich im März zu dem Neuengammer Außenlager mit den meisten Todesfällen.
Der Historiker Dr. Bernhard Strebel (Hannover) stellt Ergebnisse aus seiner Studie vor.

Gunther Nickel: Carl Zuckmayer / Peter Suhrkamp: Briefwechsel 1935-1959
Ort: Haus Cajeth
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Haspelgasse 12, 69117 Heidelberg
Webseite: heidelberg-literatur.de
Die Korrespondenz Carl Zuckmayer / Peter Suhrkamp
Vorgestellt vom Herausgeber Gunther Nickel
Mit Carl Zuckmayers Wechsel vom Ullstein Verlag zum S. Fischer Verlag nahm 1935 eine enge Freundschaft mit Peter Suhrkamp ihren Anfang, wie dieser Briefwechsel dokumentiert.
Nach der »Arisierung« des Ullstein Verlags 1934 fand Carl Zuckmayer, einer der erfolgreichsten Dramatiker der Weimarer Republik, im S. Fischer Verlag eine neue verlegerische Heimat. Dort war Peter Suhrkamp sein wichtigster Ansprechpartner bei der Vorbereitung der schließlich von den NS-Behörden verbotenen Veröffentlichung des Romans »Salwàre oder die Magdalena von Bozen«. Damit nahm eine enge Freundschaft ihren Anfang. Sie war nicht zuletzt die Basis dafür, dass Zuckmayer nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso wie Bertolt Brecht die Verhandlungen mit deutschen Theatern über die Vergabe von Aufführungsrechten seiner Stücke ohne jedes Zögern Peter Suhrkamp anvertraute. Umgekehrt suchte Suhrkamp Zuckmayers Rat, als sich nach der Währungsreform abzeichnete, dass eine ursprünglich beabsichtigte Zusammenführung des von 1936 an von Suhrkamp geleiteten S. Fischer Verlags in Deutschland mit dem von Gottfried Bermann Fischer geleiteten Verlagsteil, der ins Exil gezwungen worden war, wegen wachsender Differenzen scheitern wird.
Gunther Nickel, geb. 1961, lehrt als außerplanmäßiger Professor Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Mainz. 2018 hat er das Frühwerk von Peter Hacks in fünf Bänden herausgegeben, 2005, zusammen mit Alexander Weigel, eine fünfbändige Ausgabe »Gesammelter Schriften« Siegfried Jacobsohns. Er edierte darüber hinaus eine Reihe von Briefwechseln Carl Zuckmayers, u.a. die mit Albrecht Joseph, Alexander Lernet-Holenia und Theodor Heuss, sowie Zuckmayers »Deutschlandbericht für das Kriegsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika« (2004, zus. mit Johanna Schrön und Hans Wagener) und Zuckmayers »Geheimreport« (2002, zus. mit Johanna Schrön).
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Mit Unterstützung von Hassbecker’s Galerie & Buchhandlung und der Gesellschaft der Freunde des Museums Haus Cajeth e.V.