Veranstaltungsarchiv

Jüdisch-arabische Verständigung vor 1948 und Ideen des zentraleuropäischen Zionismus. Geschichte und Fragen für Heute. Anja Siegemund im Gespräch mit Amir Teilhaber
Ort: Limmud Festival / Maritim Hotel
Beginn: 21.00 Uhr
Adresse: Doktor-Marc-Straße 4, 34537 Bad WIldungen
Webseite: www.limmud.de
Anmeldung unter: https://www.limmud.de
Die Forderung nach »Verständigung mit den Arabern« war eines der herausragendsten Kennzeichen des zentraleuropäischen Zionismus – das Buch entfaltet ein Panorama von Menschen, Motiven, Konzeptionen und Hoffnungen.
»Verständigung« – so lautete ein verbreitetes Losungswort im zentraleuropäischen Zionismus. Dies war nicht kongruent mit dem Plädoyer für ein binationales Gemeinwesen, das viel Aufmerksamkeit erfahren hat. Anja Siegemund weitet den Blick auf »Verständigungszionismus« und beleuchtet dessen Gesamtgewebe in seiner Vielschichtigkeit: Wertesysteme, Kontexte und Netzwerke sowie Programmatik und Fraktionen. Sie geht den Herausforderungen und Zäsuren vom Fin de Siècle bis zur Gründung des Staates Israel sowie den politischen Engagements und Kontroversen seiner Protagonist:innen nach – nicht zuletzt deren Ambivalenzen und Unsicherheiten. Was implizierten sie mit »Verständigung«, welche Möglichkeiten sahen sie dafür, wie stellten sie sich die jüdisch-arabischen Beziehungen vor? Thematisiert werden damalige grundlegende Debatten und Konflikte, die nicht an Aktualität eingebüßt haben: um die politische Verfassung des Landes, Bevölkerungsmehrheiten, die Frage, wem das Land »gehört«, um die Verteilung von Boden und Arbeit. Gegenstand sind ebenso die Selbstverständnisse der Menschen, ihre Suche nach Zugehörigkeit, ferner ihr Ringen um eine Verbindung von Separatismus und Universalismus – und ihre Zukunftsvisionen. Diverse Forschungsdiskussionen werden adressiert, etwa darüber, ob dieser Zionismus liberal, »völkisch« oder kolonial war.

Jehona Kicaj: ë | Im Rahmen der Tage der deutschen Sprache im Kosovo
Ort: Nationalbibliothek des Kosovo
Beginn: 16.00 Uhr
Adresse: Sheshi Hasan Prishtina, Prishtina, Kosovo

Alexander Walther: Die Shoah und die DDR. Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus
Ort: Stadtbibliothek Magdeburg
Beginn: 17.00 Uhr
Adresse: Breiter Weg 109, 39104 Magdeburg

Wilhelm Bartsch: Meckels Messerzüge
Ort: Felix Jud
Beginn: 19.00 Uhr
Webseite: felixjud.com
Wilhelm Bartsch liest aus seinem neuen Roman „Meckels Messerzüge“ (Wallstein, 28 €)
Frauke Otto präsentiert eine Auswahl ihrer Künstlerbücher.
Das Künstlerpaar Frauke Otto und Wilhelm Bartsch aus Halle verbindet die Begeisterung für Literatur und Buchkunst. Frauke Otto zählt zu den bedeutendsten Gestalterinnen von Künstlerbüchern in Deutschland. Wilhelm Bartsch erhielt für sein schriftstellerisches Werk zahlreiche Preise, zuletzt 2025 den Bremer Literaturpreis. In einem Gespräch im Anschluss an Lesung und Buchpräsentation wird deutlich, wie sich beide gegenseitig inspirieren und zusammenarbeiten.
Die Veranstaltung wird gefördert von Felix Jud Friends e.V.
Maximale Teilnehmerzahl: 20, Eintritt frei
Anmeldung bei Frau Cornelia Eberhardt: c.eberhardt@felixjud-friends.com
Warum eigentlich Klassiker? Wallstein Abend mit Thedel v. Wallmoden
Ort: Museumsgesellschaft Ulm e.V.
Beginn: 19.30 Uhr
Adresse: Neue Straße 85, 89073 Ulm
Webseite: www.museumsgesellschaft-ulm.de
Warum eigentlich Klassiker?
Gespräch und Lesung mit Thedel v. Wallmoden
Lesepassagen: Edith Erhardt, Theaterei Herrlingen
Moderation: Florian L. Arnold
Brauchen wir wirklich neue Ausgaben der deutschsprachigen Literaturtradition? Haben ältere Texte uns heute noch etwas zu sagen, und ist ihre Kenntnis immer noch ein unverzichtbares Bildungsgut? Können Klassiker überzeitliche Antworten auf unsere aktuellen Fragen liefern?
Ein wesentlicher Grund, sich erneut den Klassikern zuzuwenden, liegt in ihrer Sprache: Sie altert nicht und hält auch nach Jahrhunderten noch Überraschungen bereit. Zugleich sind diese Werke unser kulturelles Gedächtnis. Eng verknüpft mit der Frage, welche Bücher zu den grundlegenden Texten einer Literatur zählen, steht die stets neu zu führende Debatte über einen Kanon.
Über diese spannenden Aspekte diskutiert Florian L. Arnold mit dem Verleger Prof. Thedel v. Wallmoden. Der Wallstein Verlag verbindet in seinem Programm Gegenwartsliteratur – etwa von Cécile Wajsbrot und Jehona Kicaj – mit bedeutenden Editionen klassischer Autorinnen und Autoren wie Goethe, Rilke, Kafka oder Joseph Roth. Exemplarisch stehen dafür Christine Lavant, deren eindringliche Lyrik eine unverwechselbare Stimme der Nachkriegszeit bildet, und Peter Rühmkorf, der Gesellschaftskritik mit sprachlicher Virtuosität verbindet.
Die Auswahl zeigt: Der Dialog mit der Vergangenheit bleibt lebendig – und erschließt sich heutigen Leserinnen und Lesern immer wieder neu. Oder, mit Italo Calvino: „Klassiker sind Bücher, die jedes Mal umso neuer wirken, wenn man sie wiederliest.“

Peter Handke und Manfred Osten: »Sterne glänzend im angebissenen Apfel«
Ort: Neustädter Hof und Stadtkirche
Beginn: 18.30 Uhr
Adresse: Rote Reihe 8, 30169 Hannover

Christoph König: Kreativität
Ort: Galerie Sommer
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Liebenauer Hauptstraße 322, 8041 Graz, Österreich
Webseite: www.galeriesommer.com
"Kreativität - Lektüren von Rilkes Duineser Elegien" nennt sich eine philologisch-philosophische Untersuchung von Prof. Christoph König (2023 im Wallstein Verlag erschienen), auf deren Grundlage Paul Renner einen Zyklus von über 40 Bildern schuf. Renner stellt damit seine Wahrnehmung vom Arbeitsprozess an den Elegien in den Mittelpunkt, also wie etwas entsteht, und nicht, was es ist. Zwar formen die Titel aller Werke immer noch eine bildhafte Klammer, aber die dient ihm zum Zweck anarchischer Ordnung. Das Wort kann Ton, Farbe, Geruch, Gefühl, Form oder Inhalt sein. Alles zusammen bleibt es Eins. Die Galerie Sommer zeigt diesen Zyklus an Bildern zum ersten Mal.

Bernhard Strebel: Gewalt im KZ und eine humanitäre Rettungsaktion
Ort: Saal in der Alten Feuerwache
Beginn: 17.00 Uhr
Adresse: Wehrstraße 27, 38226 SZ-Lebenstedt
Webseite: gedenkstaette-salzgitter.de
Im November 1944 bildete Watenstedt mit knapp 3.600 Häftlingen (Männer und Frauen) das größte Außenlager im Lagerkomplex Neuengamme. Bislang unbemerkt blieb, dass es nur einen Monat später in Folge von Produktionseinbrüchen teilaufgelöst wurde. Nach einem Bombenangriff entwickelte sich Watenstedt ab Januar 1945 zu einem Trümmerbeseitigungs- und Krankenlager und schließlich im März zu dem Neuengammer Außenlager mit den meisten Todesfällen.
Der Historiker Dr. Bernhard Strebel (Hannover) stellt Ergebnisse aus seiner Studie vor.

Gunther Nickel: Carl Zuckmayer / Peter Suhrkamp: Briefwechsel 1935-1959
Ort: Haus Cajeth
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Haspelgasse 12, 69117 Heidelberg
Webseite: heidelberg-literatur.de
Die Korrespondenz Carl Zuckmayer / Peter Suhrkamp
Vorgestellt vom Herausgeber Gunther Nickel
Mit Carl Zuckmayers Wechsel vom Ullstein Verlag zum S. Fischer Verlag nahm 1935 eine enge Freundschaft mit Peter Suhrkamp ihren Anfang, wie dieser Briefwechsel dokumentiert.
Nach der »Arisierung« des Ullstein Verlags 1934 fand Carl Zuckmayer, einer der erfolgreichsten Dramatiker der Weimarer Republik, im S. Fischer Verlag eine neue verlegerische Heimat. Dort war Peter Suhrkamp sein wichtigster Ansprechpartner bei der Vorbereitung der schließlich von den NS-Behörden verbotenen Veröffentlichung des Romans »Salwàre oder die Magdalena von Bozen«. Damit nahm eine enge Freundschaft ihren Anfang. Sie war nicht zuletzt die Basis dafür, dass Zuckmayer nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso wie Bertolt Brecht die Verhandlungen mit deutschen Theatern über die Vergabe von Aufführungsrechten seiner Stücke ohne jedes Zögern Peter Suhrkamp anvertraute. Umgekehrt suchte Suhrkamp Zuckmayers Rat, als sich nach der Währungsreform abzeichnete, dass eine ursprünglich beabsichtigte Zusammenführung des von 1936 an von Suhrkamp geleiteten S. Fischer Verlags in Deutschland mit dem von Gottfried Bermann Fischer geleiteten Verlagsteil, der ins Exil gezwungen worden war, wegen wachsender Differenzen scheitern wird.
Gunther Nickel, geb. 1961, lehrt als außerplanmäßiger Professor Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Mainz. 2018 hat er das Frühwerk von Peter Hacks in fünf Bänden herausgegeben, 2005, zusammen mit Alexander Weigel, eine fünfbändige Ausgabe »Gesammelter Schriften« Siegfried Jacobsohns. Er edierte darüber hinaus eine Reihe von Briefwechseln Carl Zuckmayers, u.a. die mit Albrecht Joseph, Alexander Lernet-Holenia und Theodor Heuss, sowie Zuckmayers »Deutschlandbericht für das Kriegsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika« (2004, zus. mit Johanna Schrön und Hans Wagener) und Zuckmayers »Geheimreport« (2002, zus. mit Johanna Schrön).
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Mit Unterstützung von Hassbecker’s Galerie & Buchhandlung und der Gesellschaft der Freunde des Museums Haus Cajeth e.V.

Hans-Georg von Arburg: Endlich Wohnen!
Ort: Buchhandlung Caligramme
Beginn: 18.30 Uhr
Adresse: Häringstrasse 4, 8001 Zürich
Webseite: www.calligramme.ch

Dirk Rose: Medienkritik – Theorie und Geschichte | Im Rahmen des Journalismusfest Innsbruck
Ort: Palais Claudiana | Claudiana Foyer und Claudiasaal
Beginn: 10.30 Uhr
Adresse: Herzog-Friedrich-Straße 3, 6020 Innsbruck, Österreich
Webseite: www.journalismusfest.org
Medien werden kritisch betrachtet, seit es Medien gibt, keineswegs erst seit der Social-Media-Ära. Der Bogen lässt sich von Sokrates über Karl Kraus’ Die Fackel und Theodor W. Adorno bis heute spannen. In den letzten Jahrzehnten werden medienkritische Stimmen wieder lauter. Medienkritische Haltungen und Aussagen gewinnen an Einfluss auf den gesellschaftlichen Diskurs sowie auf das journalistische Arbeiten selbst.
Welche gesellschaftliche Funktion hat Medienkritik? Das fragt der Innsbrucker Germanist Dirk Rose in seinem neuen Buch. Hier diskutiert er das Thema mit dem Medienwissenschaftler Volker Lilienthal, dem langjährigen Inhaber der Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus.
Volker Lilienthal: Kommunikationswissenschaftler, 2006 bis 2025, Universität Hamburg, Mitherausgeber von »Lügenpresse. Anatomie eines politischen Kampfbegriffs« (2017)
Dirk Rose: Germanist, Professor für Neuere deutsche Literatur und Medien, Universität Innsbruck, Autor von »Medienkritik. Theorie und Geschichte« (2025)
Moderation: Benedikt Kapferer, Journalist, ORF Tirol

Jehona Kicaj: ë im Rahmen der Wuppertaler Literatur Biennale
Ort: INSEL
Beginn: 19.30 Uhr
Adresse: Wiesenstraße 6, 42105 Wuppertal
Webseite: wlbiennale.de

Philipp Kohl: Ferne Erden
Ort: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Eberhard-Lämmert-Saal
Beginn: 18.30 Uhr
Adresse: Eingang Meierottostr. 8, 10719 Berlin
Webseite: www.zfl-berlin.org
Seit der Debatte um das Anthropozän als vom Menschen geprägtes erdgeschichtliches Zeitalter hat die geologische Tiefenzeit verstärkt kulturwissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten. Doch das, was der Wissenschaftshistoriker Stephen Jay Gould als deep time beschrieben hat, nämlich die im 19. Jahrhundert populäre Vorstellung einer unermesslich langen Vorgeschichte des Menschen, ist nur auf den ersten Blick mit dem recht jungen Konzept des Anthropozäns verwandt. Denn dieses meint einen erdhistorisch gesehen sehr kurzen Zeitabschnitt, der auf der geologischen Zeitskala gerade erst begonnen hat.
Philipp Kohl fragt in seinem Buch Ferne Enden. Tiefenzeit in Literatur und Wissenschaft vom Russischen Imperium bis zur Sowjetunion, wie eine Literaturgeschichte der Tiefenzeit vor dem Anthropozän aussehen könnte. Die Studie plädiert für eine Paläokritik, die jene langen Zeiträume poetologisch zu erkunden vermag, die nicht nur im Anthropozän-Diskurs, sondern auch in den etablierten Paradigmen der Ökokritik und der Ökologie aus dem Blick geraten sind.
Wir stellen das Buch unter Beteiligung von Philipp Kohl (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Susanne Strätling (Freie Universität Berlin) vor. Moderiert wird der Abend von Liola Mattheis und Georg Toepfer (beide ZfL).

Verena Gotthardt: Die jüngste Zeit
Ort: Österreichische Gesellschaft für Literatur
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Palais Wilczek, Herrengasse 5/Stiege 1 / 2. Stock, 1010 Wien, Österreich
Webseite: www.ogl.at

Mariam Meetra: Ich habe den Zorn des Windes gesehen
Ort: Creators Club
Beginn: 14.00 Uhr
Adresse: Luisenstraße 94a, 42103 Wuppertal

Jehona Kicaj: ë im Rahmen der Solothurner Literaturtage
Ort: Stadttheater Solothurn (Theatersaal)
Beginn: 16.00 Uhr
Adresse: Fischergasse/Theatergasse, 4500 Solothurn, Schweiz
Webseite: www.literatur.ch
Familie erzählen – Die eigene Kindheit als literarischer Stoff
Mit Katja Früh, Jehona Kicaj und Katinka Ruffieux
Gleich mehrere Autorinnen aus dem Festivalprogramm setzen sich in ihren Neuerscheinungen autofiktional mit Kindheit und Familie auseinander. Häufig stehen dabei konfliktreiche Beziehungen zu den Eltern oder der Gesellschaft im Zentrum. Welche literarischen Strategien erlauben es, frühe persönliche Erfahrungen künstlerisch zu gestalten? Wie viel fiktionale und emotionale Distanz braucht es beim Schreiben über die eigene Familie? Und dient die erzählerische Form eher der literarischen Verarbeitung, der Selbst(er)findung oder der bewussten Distanznahme?
KasselBuch 2026
Ort: Palais Bellevue
Datum: 16.05. bis 17.05.2026
Adresse: Schöne Aussicht 2, 34117 Kassel
Webseite: www.kasselbuch.org
Zukunft Buch – Podiumsgespräch mit Thedel v. Wallmoden im Rahmen der KasselBuch 2026
Ort: Palais Bellevue
Beginn: 11.30 Uhr
Adresse: Schöne Aussicht 2, 34117 Kassel
Webseite: www.kasselbuch.org

Jehona Kicaj: ë im Rahmen der Solothurner Literaturtage
Ort: Kino Palace
Beginn: 13.00 Uhr
Adresse: Hauptgasse 57, 4500 Solothurn, Schweiz
Webseite: www.literatur.ch
Ein sprachmächtiges und kluges Debüt, das vom Verlust der Heimat durch Krieg, von Schmerz und Sprachverlust erzählt und direkt auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises kam. Im Kosovo geboren und in Deutschland aufgewachsen, erlebt die Ich-Erzählerin den Krieg Ende der 1990er-Jahre aus sicherer Distanz. Doch auch in der Diaspora sind Leid und Tod präsent. Schmerzhafte Kieferverspannungen zeugen Jahre später davon, dass die Vergangenheit buchstäblich noch in jeder Faser des Körpers steckt.

Lesja Ukrajinka: Am Meer im Rahmen der Solothurner Literaturtage
Ort: Stadttheater Solothurn
Beginn: 14.30 Uhr
Adresse: Theatergasse 18, 4500 Solothurn, Schweiz
Webseite: www.literatur.ch

Jehona Kicaj: ë im Rahmen der Solothurner Literaturtage
Ort: Kino Palace
Beginn: 14.30 Uhr
Adresse: Hauptgasse 57, 4500 Solothurn, Schweiz
Webseite: www.literatur.ch
Woher kam die Idee für dieses Buch? Gab es eine Szene, die besonders schwer zu schreiben war? Der Debütroman «ë» (Wallstein, 2025) von Jehona Kicaj ist Teil des diesjährigen Vermittlungsprogramms der Solothurner Literaturtage. Während dieses halb-stündigen informellen Austauschs steht die Autorin interessierten und neugierigen Leser*innen Rede und Antwort.

Armin Osmanovic: Vom Kolonialismus zum »Schwarzen Frankreich«
Ort: Übersee-Museum
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Bahnhofsplatz 13, 28195 Bremen
Webseite: www.rosa-luxemburg.com
Die Zeit des französischen Kolonialismus prägt Frankreich und Westafrika bis heute: In Westafrika hat sie wirtschaftlich abhängige Klein- und Kleinststaaten mit autoritären Führern hervorgebracht. In diesen postkolonialen Verhältnissen scheint eine umfassende Freiheit – verstanden als individuelle Selbstbestimmung und Überwindung von Knappheit – auch viele Jahre später unmöglich.
Vielen Westafrikaner:innen bleibt als Weg zur Freiheit nur die Migration. In Frankreich ist seither eine große Schwarze Minderheit entstanden. Bei den Wahlen im Jahr 2024 scheiterte der rechtsextreme Rassemblement National (RN) überraschend eindeutig – dazu beigetragen haben auch migrantische Bevölkerungsgruppen, die mehrheitlich Parteien der Mitte und der Linken gewählt haben. Rechtspopulisten, Rechtsextreme und Faschisten wollen indes die Zeit zurückdrehen und ein weißes Europa schaffen, in dem Schwarze Menschen nur geduldet sind. Im Kontext der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Systemkrise und der Weigerung der alten politischen Klasse, neue Wege zu gehen, kommen sie einer möglichen Machtübernahme immer näher.
Das »Schwarze Frankreich« wird in Bündnissen der liberalen Mitte und der Linken darüber mitentscheiden, ob die Lust auf Freiheit über die Furcht vor ihr siegt.
Armin Osmanovic stellt sein im Wallstein Verlag veröffentlichtes Buch »Vom Kolonialismus zum ›Schwarzen Frankreich‹« vor.
Dr. phil. Armin Osmanovic, geb. 1969, studierte Geographie und Politikwissenschaft in Tübingen und Stellenbosch (Südafrika). Er war u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Afrika-Studien in Hamburg, lehrte an den Universitäten Leipzig, Hamburg, Münster und Potsdam Geographie und Entwicklungspolitik mit Schwerpunkt Afrika und ist seit 2009 Büroleiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) mit Stationen in Johannesburg (Südafrika), Tunis (Tunesien) und Dakar (Senegal).
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Dorothea Grünzweig: Erfasst von dieser Nachtverwandlung
Ort: Deutsche Bibliothek Helsinki
Beginn: 18.00 Uhr
Adresse: Pohjoinen Makasiinikatu 7, 00130 Helsinki
Webseite: deutschebibliothekhelsinki.net
Ein Sprach-Gesang
Dorothea Grünzweig liest aus ihrem soeben erschienenen neuen Lyrikband und gibt Werkstatteinblicke. Die Gedichte schweben zwischen Licht und Nacht, zwischen überwältigender Schönheit und bedrohlicher Gefährdung von Natur und vielfältigem Leben. Bilderreiche Poesie geht über in die suggestiven Improvisationen und Kompositionen der Geigerin Laura Kokko, die durch elektronische Looptechnik Stimmen übereinanderlegt und z.B. Laute der Vogelwelt zum Tönen bringt, eine Bach-Arie oder die Kalevala-Melodie aufruft.
Prof. Christoph Parry wird in seinem Gruβwort zu Beginn des Abends zur Lesung hinführen.
Grünzweig und Kokko lernten sich beim Gastprogramm der Buchmesse 2014 ‚Finnland Cool‘
kennen. Seitdem ist eine langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit entstanden mit zahlreichen
Veranstaltungen in Deutschland und Finnland. Das Buch kann anschlieβend zum ermäβigten Premiere-Preis erstanden werden.

Marie Müller-Zetzsche: Erneuerung der alten Rechten
Ort: Topographie des Terrors (Auditorium)
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin
Webseite: www.topographie.de
I n i h r e m g e r a d e e r s c h i e n e n e n B u c h E r n e u e r u n g d e r a l t e n R e c h t e n . N a t i o n a l i s t i s c h e u n d r a s s i s t i s c h e D i s k u r s e i n D e u t s c h l a n d u n d F r a n k r e i c h 1 9 5 1 –1 9 7 1 ( 2 0 2 6 ) r e k o n s - t r u i e r t M a r i e M ül l e r - Z e t z s c h e d i e i n t e l l e k t u e l l e V o r g e s c h i c h t e d e r „N e u e n R e c h t e n “ i n d e r B u n d e s r e p u b l i k D e u t s c h l a n d u n d F r a n k r e i c h a n h a n d z w e i e r z e n t r a l e r r e c h t s r a d i - k a l e r Z e i t s c h r i f t e n : „N a t i o n E u r o p a “ u n d „D éf e n s e d e l ’O c c i d e n t “. I m Z e n t r u m s t e h t d i e F r a g e , w i e f a s c h i s t i s c h e u n d n a t i o n a l s o z i a l i s t i s c h e I d e o l o g i e f r a g m e n t e i n d i e s e n Z e i t - s c h r i f t e n n a c h 1 9 4 5 t r a d i e r t , r e c o d i e r t u n d a n n e u e p o l i t i s c h e K o n t e x t e a n g e p a s s t w u r d e n – e t w a d u r c h B e g r i f f s v e r s c h i e b u n g e n v o n „R a s s e “ z u „K u l t u r “ o d e r d u r c h d i e K o n s t r u k t i o n e i n e s „e u r o p äi s c h e n N a t i o n a l i s m u s “ a l s s t r a t e g i s c h e s D a c h . D i e A u t o r i n z e i g t , w i e e i n N e t z w e r k v o n „p o l i t i s c h e n S c h r i f t s t e l l e r n “ üb e r J a h r z e h n t e h i n w e g i d e o l o - g i s c h e K o n t i n u i t ät e n s c h u f , N a r r a t i v e b e w a h r t e u n d D i s k u r s r äu m e öf f n e t e , d i e f ür s p ät e r e r e c h t e B e w e g u n g e n a n s c h l u s s f äh i g w u r d e n . D a b e i s t e h t n i c h t n u r d i e i n h a l t - l i c h e T r a d i e r u n g i m F o k u s , s o n d e r n a u c h d i e p u b l i z i s t i s c h e S t r a t e g i e : W i e d e r h o l u n g , s c h e i n b a r e r P l u r a l i s m u s , K a m p f u m B e g r i f f e , Üb e r s e t z u n g u n d t r a n s n a t i o n a l e V e r - n e t z u n g .
M a r i e M ül l e r - Z e t z s c h e i s t a s s o z i i e r t e W i s s e n s c h a f t l e r i n a m M o s e s M e n d e l s s o h n Z e n t r u m P o t s d a m . S i e s t u d i e r t e K u l t u r w i s s e n s c h a f t e n u n d F r a n z ös i s c h a n d e r U n i - v e r s i t ät L e i p z i g u n d w u r d e d o r t 2 0 1 8 i n e i n e m C o t u t e l l e - V e r f a h r e n m i t d e r U n i v e r s i t é d e L o r r a i n e i n V e r g l e i c h e n d e r K u l t u r - u n d G e s e l l s c h a f t s g e s c h i c h t e p r o m o v i e r t . D i e v o r l i e g e n d e S t u d i e e r s t a n d a m M o s e s M e n d e l s s o h n Z e n t r u m i m P r o j e k t „D i e r a d i k a l e R e c h t e i n D e u t s c h l a n d , 1 9 4 5 –2 0 0 0 “ i n K o o p e r a t i o n m i t d e m L e i b n i z - Z e n t r u m f ür Z e i t h i s t o r i s c h e F o r s c h u n g P o t s d a m .

Armin Osmanovic: Vom Kolonialismus zum »Schwarzen Frankreich«
Ort: W3 - Werkstatt für internationale Kultur und Politik
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Webseite: www.rosalux.de
Die Zeit des französischen Kolonialismus prägt Frankreich und Westafrika bis heute: In Westafrika hat sie wirtschaftlich abhängige Klein- und Kleinststaaten mit autoritären Führern hervorgebracht. In diesen postkolonialen Verhältnissen scheint eine umfassende Freiheit – verstanden als individuelle Selbstbestimmung und Überwindung von Knappheit – auch viele Jahre später unmöglich.
Vielen Westafrikaner:innen bleibt als Weg zur Freiheit nur die Migration. In Frankreich ist seither eine große Schwarze Minderheit entstanden. Bei den Wahlen im Jahr 2024 scheiterte der rechtsextreme Rassemblement National (RN) überraschend eindeutig – dazu beigetragen haben auch migrantische Bevölkerungsgruppen, die mehrheitlich Parteien der Mitte und der Linken gewählt haben. Rechtspopulisten, Rechtsextreme und Faschisten wollen indes die Zeit zurückdrehen und ein weißes Europa schaffen, in dem Schwarze Menschen nur geduldet sind. Im Kontext der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Systemkrise und der Weigerung der alten politischen Klasse, neue Wege zu gehen, kommen sie einer möglichen Machtübernahme immer näher.
Das »Schwarze Frankreich« wird in Bündnissen der liberalen Mitte und der Linken darüber mitentscheiden, ob die Lust auf Freiheit über die Furcht vor ihr siegt.
Armin Osmanovic stellt sein im Wallstein Verlag veröffentlichtes Buch »Vom Kolonialismus zum ›Schwarzen Frankreich‹« vor.
Dr. phil. Armin Osmanovic, geb. 1969, studierte Geographie und Politikwissenschaft in Tübingen und Stellenbosch (Südafrika). Er war u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Afrika-Studien in Hamburg, lehrte an den Universitäten Leipzig, Hamburg, Münster und Potsdam Geographie und Entwicklungspolitik mit Schwerpunkt Afrika und ist seit 2009 Büroleiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) mit Stationen in Johannesburg (Südafrika), Tunis (Tunesien) und Dakar (Senegal).
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Das Blaue Sofa: Die Nominierten des Deutschen Sachbuchpreises I Bettina Schöne-Seifert: Leben, Körper, Tod
Ort: Bertelsmann Repräsentanz
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Unter den Linden 1, 10117 Berlin
Webseite: das-blaue-sofa.de
Die besten Sachbücher des Jahres auf dem Blauen Sofa: Am Dienstag, 19. Mai 2026 sind die Nominierten des Deutschen Sachbuchpreises zu Gast in Berlin. Mit unseren Moderator:innen Christiane Wirtz und Jens-Christian Rabe sprechen die Autor:innen über die Themen, die unsere Gesellschaft bewegen.
Mit dem Deutschen Sachbuchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels das Sachbuch des Jahres aus. Prämiert werden herausragende Sachbücher in deutschsprachiger Originalausgabe, die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben.
Der Deutsche Sachbuchpreis soll die Aufmerksamkeit für Sachbücher als Grundlage von Wissensvermittlung, fundierter Meinungsbildung sowie als Impulsgeber für den öffentlichen Diskurs fördern.

Hg. von Stefanie Freyer, Christiane Holm und Julia Schmidt-Funke: Grüner Wohnen. Pflanzenkulturen um 1800 und um 1900
Ort: Botanischer Garten
Beginn: 18.00 Uhr
Adresse: Linnéstraße 1, 04103 Leipzig
Webseite: www.lw.uni-leipzig.de
Pflanzen sind aus unseren Wohnungen heute nicht mehr wegzudenken – doch wie kam es dazu? Die Buchvorstellung im Botanischen Garten erzählt die faszinierende Geschichte des Innengrüns anhand Weimarer Beispiele aus zwei Jahrhunderten.
Die Interieurs von Weimar gelten als Inbegriff schönen Wohnens – doch ihre pflanzliche Einrichtung blieb lange unbeachtet. Der vorgestellte Band schließt diese Lücke und rekonstruiert Einrichtungstrends und deren ideologische Kontexte: von Wintergärten und Blumentischen über Interieurbilder und Herbarien bis hin zu literarischen und musikalischen Aneignungen sowie Gärtnereitraktaten. Im Anthropozän gewinnen diese historischen Einsichten neue Brisanz – denn Innengrün macht die Widersprüche von Naturnähe und Kulturkonsum sichtbar, damals wie heute. Die Buchvorstellung findet mit Dr. Stefanie Freyer, Dr. Christiane Holm und Prof. Dr. Julia Schmidt-Funke statt.
Der Eintritt ist frei.
Treffpunkt ist bei der Kasse bzw. am Eingang in die Gewächshäuser.
Referent:innen: Dr. Stefanie Freyer, Dr. Christiane Holm, Prof. Dr. Julia Schmidt-Funke

Michael Kunze: Rudolf von Jhering. Das unsichtbare Recht
Ort: Freie Universität Berlin
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Boltzmannstraße 3, 14195 Berlin

Robert Mueller-Stahl: Das Leben festhalten
Ort: Leibniz-Institute für jüdische Geschichte und Kultur
Beginn: 17.15 Uhr
Adresse: Goldschmidtstraße 28, 04103 Leipzig
Webseite: www.dubnow.de
Capturing Life. German-Jewish Private Photography in the 1930s.
Veranstaltungssprache: Englisch.
Um Anmeldung wird gebeten.

Maximilian Becker: Antifaschismus und Kalter Krieg
Ort: Stadtarchiv Dortmund
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Märkische Straße 14, 44122 Dortmund
Webseite: www.dortmund.de

Bettina Schöne-Seifert: Leben, Körper, Tod
Ort: Bücher Herzog
Beginn: 19.30 Uhr
Adresse: Salzsenderzeile 10, 83512 Wasserburg
Webseite: buecherherzog.buchhandlung.de

Armin Osmanovic: Vom Kolonialismus zum »Schwarzen Frankreich«
Ort: Stadtlabor
Beginn: 18.00 Uhr
Adresse: Am Wilhelmsplatz 3, 37073 Göttingen
Webseite: nds.rosalux.de
Die Zeit des französischen Kolonialismus prägt Frankreich und Westafrika bis heute: In Westafrika hat sie wirtschaftlich abhängige Klein- und Kleinststaaten mit autoritären Führern hervorgebracht. In diesen postkolonialen Verhältnissen scheint eine umfassende Freiheit – verstanden als individuelle Selbstbestimmung und Überwindung von Knappheit – auch viele Jahre später unmöglich.
Vielen Westafrikaner:innen bleibt als Weg zur Freiheit nur die Migration. In Frankreich ist seither eine große Schwarze Minderheit entstanden. Bei den Wahlen im Jahr 2024 scheiterte der rechtsextreme Rassemblement National (RN) überraschend eindeutig – dazu beigetragen haben auch migrantische Bevölkerungsgruppen, die mehrheitlich Parteien der Mitte und der Linken gewählt haben. Rechtspopulisten, Rechtsextreme und Faschisten wollen indes die Zeit zurückdrehen und ein weißes Europa schaffen, in dem Schwarze Menschen nur geduldet sind. Im Kontext der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Systemkrise und der Weigerung der alten politischen Klasse, neue Wege zu gehen, kommen sie einer möglichen Machtübernahme immer näher.
Das »Schwarze Frankreich« wird in Bündnissen der liberalen Mitte und der Linken darüber mitentscheiden, ob die Lust auf Freiheit über die Furcht vor ihr siegt.
Armin Osmanovic stellt sein im Wallstein Verlag veröffentlichtes Buch »Vom Kolonialismus zum ›Schwarzen Frankreich‹« vor.
Dr. phil. Armin Osmanovic, geb. 1969, studierte Geographie und Politikwissenschaft in Tübingen und Stellenbosch (Südafrika). Er war u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Afrika-Studien in Hamburg, lehrte an den Universitäten Leipzig, Hamburg, Münster und Potsdam Geographie und Entwicklungspolitik mit Schwerpunkt Afrika und ist seit 2009 Büroleiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) mit Stationen in Johannesburg (Südafrika), Tunis (Tunesien) und Dakar (Senegal).
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Anja Siegemund: Zentraleuropäischer Zionismus und jüdisch-arabische Verständigung vor der Staatsgründung Israels
Ort: Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg / Raum S1
Beginn: 16.00 Uhr
Adresse: Landfriedstraße 12, 69117 Heidelberg
Webseite: www.hfjs.eu
Anja Siegemunds Buch beleuchtet den zentraleuropäischen Zionismus und die Frage jüdisch-arabischer Verständigung vor der Staatsgründung Israels. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Vorstellungen, politische Positionen und Netzwerke zwischen Fin de Siècle und 1948. Dabei zeigt die Autorin, wie vielschichtig die Debatten um Verständigung, Konflikt und Zusammenleben waren. Das Buch eröffnet damit einen differenzierten Blick auf ein zentrales Kapitel der zionistischen Geschichte.
Zur Autorin
Dr. Anja Siegemund ist Historikerin und seit 2015 Direktorin der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem im deutschen und zentraleuropäischen Zionismus sowie in der deutsch-jüdischen Geschichte.
Die Buchvorstellung findet im Rahmen Prof. Beckes Proseminar Einführung in die Geistesgeschichte des Zionismus statt, ist jedoch offen für alle Interessierte ohne vorige Anmeldung.

Michael Knoche: Revolution im Leseland. Wie sich die wissenschaftlichen Bibliotheken der DDR nach dem Mauerfall neu organisierten
Ort: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
Beginn: 18.00 Uhr
Adresse: Zellescher Weg 18, 01069 Dresden
Buchvorstellung und Gespräch mit Katrin Stump (Generaldirektorin) und Charlotte Bauer.
Eintritt frei

Juliane Vogel: Nehmt Scheren
Ort: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Eberhard-Lämmert-Saal
Beginn: 18.30 Uhr
Adresse: Eingang Meierottostr. 8, 10719 Berlin
Webseite: www.zfl-berlin.org
Als Literatur und Künste am Anfang des 20. Jahrhunderts mit geschnittenem Material zu arbeiten beginnen, bedienen sie sich eines lange diskreditierten Werkzeugs: der Schere. Erst als die Operation des Schneidens ins Zentrum künstlerischer und literarischer Produktion rückt, erfährt die Schere eine, wenngleich stets fragile, gefährdete und oft widerrufene Anerkennung. Zugleich aber repräsentiert sie ein neues Kreativitätsmodell, das nicht in der großen Kunst- und Literaturgeschichte wurzelt, sondern zu den frühen, bis ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Anfängen moderner Populärkultur zurückführt.
Hier nehmen die Praktiken ihren Ausgang, die auch die moderne Collage informieren werden, hier bildet sich der Vorstellungshorizont aus, der auch das Schneiden der ersten Avantgarden begleiten wird. Mit der Schere werden Originalität, Ganzheit und Schließung als grundlegende Konzepte bürgerlicher Kunst- und Literatur ausgehebelt, werden neue Akteure in den Künsten aktiv, Gattungs- und Mediengrenzen überschritten und eine Praxis entwickelt, die keine – und schon gar keine falschen – Zusammenhänge respektiert.
Wir stellen das Buch unter Beteiligung von Juliane Vogel (Universität Konstanz) und Beate Söntgen (Leuphana Universität Lüneburg) vor. Moderiert wird der Abend von Eva Geulen (ZfL).

Jehona Kicaj: ë
Ort: Alte Schmiede
Beginn: 19.00 Uhr
Adresse: Schönlaterngasse 9, 1010 Wien, Österreich