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Griechenlands Makedonische Frage Adamantios Skordos

Griechenlands Makedonische Frage

Bürgerkrieg und Geschichtspolitik im Südosten Europas, 1945-1992

Reihe: Moderne europäische Geschichte (hg. von Hannes Siegrist und Stefan Troebst)
Band 2

€ 39,90 (D) | € 41,10 (A)

440 S., 37 Abb., geb., Schutzumschlag
Format: 14,0 x 22,2
ISBN 978-3-8353-0936-4

Inhalt

Der Namensstreit mit der Republik Makedonien vor dem Hintergrund der griechischen Nachkriegsgeschichte.

Die Unabhängigkeitserklärung der Sozialistischen Republik Makedonien von Jugoslawien 1991 löste im benachbarten Griechenland eine Protestwelle aus. Die angrenzende griechische Region Makedonien beanspruchte den Namen für sich. Die Makedonische Frage dominierte seitdem die Innen- und Außenpolitik Griechenlands und beeinflusste dessen Haltung in der Jugoslawien-Krise stark. Bis heute verlangt Athen von der Republik Makedonien eine Änderung ihres offiziellen Namens. Angesichts der zunehmenden makedonischen Anstrengungen, Mitglied der NATO und der EU zu werden, gewinnt der Namensstreit erneut an Brisanz.
Adamantios Skordos beleuchtet die Rolle des Griechischen Bürgerkriegs in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre sowie seiner späteren geschichtspolitischen Vereinnahmungen für die Haltung der Griechen 1991. Auf breiter Quellengrundlage analysiert er, wie die Makedonische Frage die unmittelbare Bürgerkriegswahrnehmung beeinflusste, welche Stellung sie in der antikommunistisch und antislawisch geprägten Erinnerungskultur der Sieger einnahm und wie im Zuge des politischen Umbruchs von 1974 eine folgenreiche De-Makedonisierung des kollektiven Bürgerkriegsgedächtnisses erfolgte.