Wallstein Verlag



Der Briefwechsel


Herausgegeben von Christoph Hilse und Stephan Opitz. Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung in Verbindung mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach


Der große Kritiker und der große Lyriker - ihre Briefe dokumentieren lebhaftes literarisches Leben.


287 Briefe schrieben sich Peter Rühmkorf und Marcel Reich-Ranicki. 1973 übernahm Reich-Ranicki das Ressort Literatur und literarisches Leben in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und rief ein Jahr später die Frankfurter Anthologie ins Leben, die er bis zu seinem Tode betreute. Damit setzte er Maßstäbe im deutschsprachigen Feuilleton. Zu den bedeutenden Autoren, die Reich-Ranicki für die Mitarbeit in der FAZ gewann, zählte Peter Rühmkorf – er schrieb für die Zeitung von 1974 bis 2006.
Es geht in diesem Briefwechsel um die Arbeit – Arbeit mit Büchern, Themen, Texten. Und es geht um Literaturgeschichte und auch Politik der alten Bundesrepublik und ihres Wandels nach 1989. Rühmkorf kündigte krachend die Arbeitsbeziehung 1995 wegen Reich-Ranickis Umgang mit dem Roman »Ein weites Feld« von Günter Grass. Nach 5 Jahren versöhnten sie sich – sie wussten beide, was sie voneinander halten sollten und wollten. Beide sind glänzende Briefeschreiber, egal worüber sie sich gerade austauschen oder worüber sie sich beim jeweils anderen beschweren, beklagen, egal ob sie loben oder schimpfen.

Link zum Interview mit Stephan Opitz auf der Leipziger Buchmesse 2015: http://www.3sat.de/mediathek


Hamburg, den 8. August, 74
Lieber Herr Ranicki, [...] Ich möchte anregen [für die Frankfurter Anthologie] wie Rezension zu bezahlen [...], weil ich nie was hinwichse, immer Grundlagenforschung mitliefre.

Hamburg, den 2. Februar 79
Lieber Herr Ranicki, lange keine hackentretende Post von Ihnen, was mich fast beunruhigt. Mit der Zeit gewöhnt man sich an Ihre aufmunternden Rippenstöße und Schulterschläge [...]

Frankfurt am Main, den 18. Januar 1985
Mein Lieber, Sie sind ein ekelhafter Mensch. Aber Ihr Aufsatz über Gernhardt ist vorzüglich, ja hervorragend. Er wird sehr bald erscheinen. Was weiter? Wann kommt die Auswahl der Brecht-Gedichte? [...]

Hamburg, den 28. 2. 89
Lieber Herr Ranicki, bitte noch ganz klein wenig Geduld; ich sitze gerade noch an Nachwort zu mir selbst; ab morgen, übermorgen frei für »Phänomen«, das ich Ihnen dann am 8. eigenhändig zu Füssen lege. Leider, es geht nicht anders, und grämen Sie sich nicht. [...]
Peter Rühmkorf

Peter Rühmkorf, (1929-2008), studierte zunächst Pädagogik und Kunstgeschichte, später Germanistik und Psychologie. Von 1951 bis 1956 gab er zusammen mit Werner Riegel die Literaturzeitschrift »Zwischen den Kriegen« heraus. Sein literarisches Debüt erfolgte ...

mehr

Marcel Reich-Ranicki

Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) gilt als einflussreichster deutschsprachiger Literaturkritiker seiner Zeit. Vor allem durch seine Auftritte in der Fernsehsendung »Das Literarische Quartett« wurde er berühmt. Mit seiner Autobiographie »Mein Leben« (1999) ...

mehr

Christoph Hilse

Christoph Hilse, geb. 1970, arbeitet im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Im Auftrag der Arno Schmidt Stiftung erschließt er den Nachlass von Peter Rühmkorf.

mehr

Stephan Opitz

Stephan Opitz, geb. 1951, studierte in Freiburg/Br. Bis 1999 leitete er das von ihm begründete Nordkolleg Rendsburg, leitete dann bis Mitte 2014 das Referat für kulturelle Grundsatzfragen des Landes Schleswig-Holstein. Seit 2009 Professor am Institut ...

mehr



Pressestimmen


Zwischen den Kriegen. Blätter gegen die Zeit

€50,00

Des Reiches genialste Schandschnauze
Peter Rühmkorf

€19,90

In meinen Kopf passen viele Widersprüche
Peter Rühmkorf

€24,90

»Lass leuchten!«

€19,90

»Das Lied der Deutschen«
Peter Rühmkorf

€14,00

Wo ich gelernt habe
Peter Rühmkorf

€12,00

Ich habe Lust, im weiten Feld ...
Peter Rühmkorf

€12,00
nach oben