Jan Musekamp
Reihe: Moderne europäische Geschichte; Bd. 26
Die Preußische Ostbahn
Grenzüberschreitung, Migration und Nationalismen in Europa 1830 – 1939
Aus dem Englischen übersetzt von Anna LabentzReihe: Moderne europäische Geschichte; Bd. 26
Preußen konzipierte die Ostbahn als Verbindung zwischen Berlin und Königsberg. Bald jedoch verknüpfte sie Europäer:innen und trug zum Austausch in einer Zeit moderner Grenzen und Nationalismen bei.
Mit den Grenzziehungen nach den Weltkriegen geriet die Preußische Ostbahn in Vergessenheit. Dabei hatte sie vor dem Ersten Weltkrieg nicht nur den Nordosten Preußens mit Berlin verbunden, sondern war auch eine wichtige europäische Magistrale.
Die Ostbahn eröffnete neue Welten und Möglichkeiten für sehr unterschiedliche Gruppen: Ingenieure brachen zu Bildungsreisen auf, Tourist:innen sahen im Ausland ihre Fremdbilder bestätigt oder widerlegt, auf der Schiene machten sich Migrant:innen aus dem östlichen Europa auf den Weg zu den Amerikahäfen. Die Bahn beschleunigte den Abriss von Befestigungsanlagen und die Entstehung ganz neuer Stadtviertel. An den peripheren Grenzübergängen entwickelten sich verflochtene Grenzlandschaften als Mikrokosmen, in denen der Warenschmuggel Alltag war, aber auch Aufstän-dische Waffen beziehen konnten.
Parallel zu einer sich globalisierenden Welt beförderte die Eisenbahn die Herausbildung von ethnisch homogenen Staaten mit klaren Grenzen; sie diente dem Militär zur Niederschlagung von Rebellionen, wurde als Vehikel preußischer Germanisierungspolitik gedacht, förderte aber auch den Austausch der polnischen Nationalbewegung über Teilungsgrenzen hinweg. Jan Musekamp erzählt die Geschichte dieser Eisenbahnlinie, folgt Menschen, Ideen und Waren auf ihrem Weg zwischen Ost und West und erkundet die neuen multiplen Mobilitäten.
Mit den Grenzziehungen nach den Weltkriegen geriet die Preußische Ostbahn in Vergessenheit. Dabei hatte sie vor dem Ersten Weltkrieg nicht nur den Nordosten Preußens mit Berlin verbunden, sondern war auch eine wichtige europäische Magistrale.
Die Ostbahn eröffnete neue Welten und Möglichkeiten für sehr unterschiedliche Gruppen: Ingenieure brachen zu Bildungsreisen auf, Tourist:innen sahen im Ausland ihre Fremdbilder bestätigt oder widerlegt, auf der Schiene machten sich Migrant:innen aus dem östlichen Europa auf den Weg zu den Amerikahäfen. Die Bahn beschleunigte den Abriss von Befestigungsanlagen und die Entstehung ganz neuer Stadtviertel. An den peripheren Grenzübergängen entwickelten sich verflochtene Grenzlandschaften als Mikrokosmen, in denen der Warenschmuggel Alltag war, aber auch Aufstän-dische Waffen beziehen konnten.
Parallel zu einer sich globalisierenden Welt beförderte die Eisenbahn die Herausbildung von ethnisch homogenen Staaten mit klaren Grenzen; sie diente dem Militär zur Niederschlagung von Rebellionen, wurde als Vehikel preußischer Germanisierungspolitik gedacht, förderte aber auch den Austausch der polnischen Nationalbewegung über Teilungsgrenzen hinweg. Jan Musekamp erzählt die Geschichte dieser Eisenbahnlinie, folgt Menschen, Ideen und Waren auf ihrem Weg zwischen Ost und West und erkundet die neuen multiplen Mobilitäten.
Jan Musekamp
Jan Musekamp ist Osteuropahistoriker mit Schwerpunkten in der Mobilitäts- und Migrationsgeschichte. Er ist stellvertretender Direktor des Deutschen Historischen Instituts Warschau. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften in Frankfurt an der Oder, Torun´ …
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