Krijn Thijs
Keine Kollegen
Ost- und westdeutsche Historiker nach 1989
Reihe: Geschichte der Gegenwart; Bd. 45Nach dem Ende der DDR verloren fast alle ostdeutschen Historiker ihre berufliche Stellung. Dieser dramatische »Vereinigungsprozess« wird erstmals quellennah rekonstruiert.
Im Zuge der deutschen Einheit ab 1990 stand kaum eine andere wissenschaftliche Disziplin so stark im Rampenlicht wie die der Historiker. Die Auseinandersetzung waren scharf, dauerten lange, und ihre Ergebnisse fielen radikal aus. Hier vermischten sich personelle, politische und fachliche Streitfragen: Sollten die großen DDR-Institute reformiert oder abgewickelt werden? Wieviel Pluralität könnte ein freies Wissenssystem aushalten? Durften vormals kommunistische Professoren weiterhin Studierende ausbilden? Wie viele Wendungen kann eine Wissenschaftlerbiographie glaubwürdig ertragen? Gibt es bei der Bewertung von »guter« Wissenschaft auch moralische Kriterien?
Krijn Thijs rekonstruiert die dramatische ungleiche »Vereinigung« der deutschen Historiker. Er verbindet dabei fachliche mit menschlichen Erfahrungen und zeigt die asymmetrische Dreiecksbeziehung zwischen SED-Professoren, ihren oppositionellen Kritikern und westlichen Neuankömmlingen. Den Schwerpunkt bildet dabei der Großraum Berlin, etwa mit archivgestützten Fallstudien zur DDR-Akademie, zur Humboldt-Universität und zum neugegründeten Zeitgeschichtszentrum in Potsdam.
Der Autor leistet einen wesentlichen Beitrag zur Transformationsgeschichte Ostdeutschlands und reflektiert den Zusammenhang von Gesellschaft und Geschichtswissenschaft in Umbruchszeiten.
Im Zuge der deutschen Einheit ab 1990 stand kaum eine andere wissenschaftliche Disziplin so stark im Rampenlicht wie die der Historiker. Die Auseinandersetzung waren scharf, dauerten lange, und ihre Ergebnisse fielen radikal aus. Hier vermischten sich personelle, politische und fachliche Streitfragen: Sollten die großen DDR-Institute reformiert oder abgewickelt werden? Wieviel Pluralität könnte ein freies Wissenssystem aushalten? Durften vormals kommunistische Professoren weiterhin Studierende ausbilden? Wie viele Wendungen kann eine Wissenschaftlerbiographie glaubwürdig ertragen? Gibt es bei der Bewertung von »guter« Wissenschaft auch moralische Kriterien?
Krijn Thijs rekonstruiert die dramatische ungleiche »Vereinigung« der deutschen Historiker. Er verbindet dabei fachliche mit menschlichen Erfahrungen und zeigt die asymmetrische Dreiecksbeziehung zwischen SED-Professoren, ihren oppositionellen Kritikern und westlichen Neuankömmlingen. Den Schwerpunkt bildet dabei der Großraum Berlin, etwa mit archivgestützten Fallstudien zur DDR-Akademie, zur Humboldt-Universität und zum neugegründeten Zeitgeschichtszentrum in Potsdam.
Der Autor leistet einen wesentlichen Beitrag zur Transformationsgeschichte Ostdeutschlands und reflektiert den Zusammenhang von Gesellschaft und Geschichtswissenschaft in Umbruchszeiten.
Krijn Thijs
Krijn Thijs, geb. 1976, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Duitsland Instituut Amsterdam. Er lehrt an der Universiteit van Amsterdam und publiziert zur deutschen und niederländischen Zeitgeschichte, zur Stadt Berlin im 20. Jahrhundert und zur Historiographiegeschichte. Veröffentlichungen …
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