Ulrich Fries
Zur Geschichte des Instituts für Sozialforschung
Dekonstruktion einer Legende. Arendt – Benjamin / Horkheimer – Adorno
Es ist an der Zeit, die Geschichte der Frankfurter Schule neu zu schreiben.
Der Aufenthalt des Instituts für Sozialforschung im US-amerikanischen Exil bildet einen besonderen Abschnitt in seiner Geschichte. Es ist eine Geschichte, die von Personen nicht weniger handelt als von Institutionen und Theorien – und von Legenden und Auslassungen.
Ulrich Fries hat neue Quellen gesucht und gefunden, aktuelle Befunde der Forschung aufgegriffen und kritisch auf die vorliegenden Briefwechsel geblickt. An markanten Beispielen führt er vor, dass es an der Zeit ist, die Geschichte der Frankfurter Schule neu zu schreiben.
Ein Blick auf die Finanzen des Instituts, die Zahlen und Kontostände, gestattet kaum die Annahme, es habe den Institutsdirektoren Max Horkheimer und Friedrich Pollock an Geld gefehlt, dem flüchtenden Benjamin eine Anstellung in den USA zu finanzieren. Wie auch der Umgang mit Andries Sternheim, der die Zweigstelle des Instituts in Genf leitete und seine letzte Postkarte aus dem Zug nach Auschwitz schrieb, erschreckende Fragen aufwirft. Es ist nicht zu übersehen, dass die bisher gesichert geglaubte Instituts-Geschichte von ihren „Helden“ tradiert wurde. Wie stark die Briefausgaben der Überlebenden des Instituts selektiven Prinzipien folgten, legt Fries mit frappierender Klarheit dar.
Der Aufenthalt des Instituts für Sozialforschung im US-amerikanischen Exil bildet einen besonderen Abschnitt in seiner Geschichte. Es ist eine Geschichte, die von Personen nicht weniger handelt als von Institutionen und Theorien – und von Legenden und Auslassungen.
Ulrich Fries hat neue Quellen gesucht und gefunden, aktuelle Befunde der Forschung aufgegriffen und kritisch auf die vorliegenden Briefwechsel geblickt. An markanten Beispielen führt er vor, dass es an der Zeit ist, die Geschichte der Frankfurter Schule neu zu schreiben.
Ein Blick auf die Finanzen des Instituts, die Zahlen und Kontostände, gestattet kaum die Annahme, es habe den Institutsdirektoren Max Horkheimer und Friedrich Pollock an Geld gefehlt, dem flüchtenden Benjamin eine Anstellung in den USA zu finanzieren. Wie auch der Umgang mit Andries Sternheim, der die Zweigstelle des Instituts in Genf leitete und seine letzte Postkarte aus dem Zug nach Auschwitz schrieb, erschreckende Fragen aufwirft. Es ist nicht zu übersehen, dass die bisher gesichert geglaubte Instituts-Geschichte von ihren „Helden“ tradiert wurde. Wie stark die Briefausgaben der Überlebenden des Instituts selektiven Prinzipien folgten, legt Fries mit frappierender Klarheit dar.
Ulrich Fries
Ulrich Fries, geb. 1949, promovierte 1987 in Harvard über Uwe Johnsons »Jahrestage« und gründete 1994 zusammen mit Holger Helbig das »Johnson-Jahrbuch«. Er ist Mitherausgeber von »Johnsons „Jahrestage“. Der Kommentar« sowie der historisch-kritischen Ausgabe …
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