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De Religionum Tolerantia Theophil Lessing

De Religionum Tolerantia

Über die Duldung der Religionen

Hg. und eingeleitet von Günter Gawlick und Wolfgang Milde
Reihe: Kleine Schriften zur Aufklärung (hg. von der Lessing-Akademie Wolfenbüttel)
Band 2

€ 8,00 (D) | € 8,30 (A)

92 S., 7 Abb., engl. brosch.
Format: 15,6 x 24 cm
ISBN 978-3-89244-022-2

Inhalt

In der Forschungsliteratur zu Lessing wird öfter darauf hingewiesen, daß schon der Großvater Theophilus Lessing (1647-1735) zu dem Thema Stellung genommen hat, das der Enkel in »Nathan der Weise« behandelt. Meist ist es bei dem bloßen Hinweis geblieben, denn Theophilus Lessings Leipziger Disputation von 1669 ist schwer zugänglich und in sprödem Gelehrtenlatein abgefaßt.
Die Neuausgabe bringt den lateinischen Text als photomechanischen Nachdruck mit gegenübergestellter deutscher Übersetzung, Zitatennachweis und Sacherläuterungen sowie einer bio-bibliographischen Einleitung von Wolfgang Milde und einem ideengeschichtlichen Nachwort von Günter Gawlick.
Die Arbeit des 22jährigen Jurastudenten erweist sich als eine bemerkenswerte Leistung. Für eins der brennendsten Probleme der frühen Neuzeit schlägt Lessing eine rein politische Lösung vor, nämlich die Duldung aller Religionen durch die Obrigkeit, jedoch unter Wahrung des Standpunktes der damaligen lutherischen Orthodoxie, die der Idee der Religionsfreiheit noch völlig ablehnend gegenüberstand.

Zur Reihe:
Mit den »Kleinen Schriften zur Aufklärung« legt die Lessing-Akademie im Sinne ihrer Aufgabenstellung einzelne zeitgenössische Texte und kleinere Abhandlungen zur Erforschung von Leben, Werk und Zeit Gotthold Ephraim Lessings und der Aufklärung in allen ihren Erscheinungsformen, ihrer Wirkung und Bedeutung bis in die Gegenwart vor. Die Schriften wenden sich nicht allein an wissenschaftliche Interessenten, sondern auch an einen breiteren Leserkreis und sollen dazu beitragen, die geschichtliche Entwicklung und den normativen Gehalt der Aufklärung als intellektuelle, politisch-moralische, prinzipiell auch soziale Reformbewegung besser zu verstehen und zutreffend zu würdigen. Das erscheint um so notwendiger, als die Aufklärung, die am Anfang der »modernen Welt« steht, bis heute kritisch auf ihre Legitimität und ihre Auswirkungen befragt wird.
Die Reihe steht für unterschiedliche Themen und Weisen der Darbietung offen und wird in lockerer Folge fortgesetzt.