Wallstein Verlag



Nevermore


Roman

Aus dem Französischen übersetzt von Anne Weber


Über das Vergehen der Zeit, über Verschwinden und Wiederkehr, Vergänglichkeit und Ewigkeit - Cécile Wajsbrots neuer Roman, kongenial übersetzt von Anne Weber.


Nach dem Tod einer befreundeten Schriftstellerin zieht sich eine Übersetzerin nach Dresden zurück, um dort an der Übertragung von Virginia Woolfs Roman »To the Lighthouse« zu arbeiten. Aus ihren tastenden Versuchen, sich der fremden Sprache und Zeit anzunähern, und den Überlegungen, die sie dabei anstellt, entsteht eine betörende Musik. Bei ihren nächtlichen Spaziergängen glaubt sie der toten Freundin zu begegnen und noch einmal mit ihr reden zu können. Ihre Einsamkeit weitet sich zu einem gewaltigen Echoraum, der von dem verfallenen Haus in Virginia Woolfs Roman über das einstmals zerstörte Dresden bis zur High Line, einer ehemaligen New Yorker Industrieruine, und zur Verbotenen Zone um Tschernobyl reicht.
Orte, die dem Verfall, der Zerstörung anheimgegeben sind und doch wieder aufleben, abgebrochene Welten, in denen noch Kraft schlummert für einen Neuanfang. Übersetzen als Über-Setzen zu anderen Ufern, zu den Verschwundenen; in eine andere Zeitlichkeit.
Leseprobe

Cécile Wajsbrot

Cécile Wajsbrot, geb. 1954, lebt als Romanautorin, Essayistin und Übersetzerin aus dem Englischen und Deutschen in Paris und Berlin. Sie schreibt auch Hörspiele, die in Frankreich sowie in Deutschland gesendet werden. 2007 war sie Gast des Berliner Künstlerprogramms ...

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Anne Weber

Anne Weber, geb. 1964, ist eine deutsche Autorin und literarische Übersetzerin. Sie arbeitete bei verschiedenen französischen Verlagen und übersetzte nebenbei Texte deutscher Gegenwartsautoren und Sachbücher ins Französische. Ihr Roman »Kirio« stand auf ...

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Pressestimmen
Stimmen aus dem Buchhandel

»Nevermore« zum Buch des Monats April gewählt

Die Darmstädter Jury hat »Nevermore« von Cécile Wajsbrot (Übersetzung: Anne Weber) zum Buch des Monats April 2022 gewählt. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und danken der Jury!



Die Begründung der Jury:



»Alles bleibt in der einen oder anderen Form bestehen«, notiert die Übersetzerin, die nach Dresden gekommen ist, um dort Virginia Woolfs Roman »To the Lighthouse« ins Französische zu übertragen. Tief dringt sie in die Sprache des Romans ein, sie probiert im Übersetzen aus, was sich auf dem Weg von der einen zur anderen Sprache bewahren lässt und was verwandelt neue Bedeutungsschattierungen offenbart. Es geht ihr um den Prozess, nicht nur beim Übersetzen, sondern auch mit Blick auf die Entstehung von Woolfs Roman, dessen Vorstufen sie Hinweise auf ihr eigenes Arbeiten abgewinnt, und findet für all das eine helle, tastende, souverän das Unbestimmte dieses Prozesses abbildende Sprache, die Reisereminiszenzen, den Aufenthalt in Dresden, die Folgen der Katastrophe von Tschernobyl und die tiefe Trauer um eine Freundin mit der selben sinnlichen Sorgfalt beschreibt. Damit behandelt sie das Vergangene als immerfort mitlebend - im Bewusstsein, dass »alle Verschwundenen etwas von sich in mir hinterlegt hatten, das mir fortan nicht gehörte, aber ein Teil von mir war, während sie irgendwo zwischen Wasser und Erde schwebten, vage Gestalten aus Hoffnung und Gram.« Und so erwächst aus dem Bericht einer Übersetzungsarbeit ein eigener großartiger Roman von bestürzend geisterhafter Schönheit. 

Darmstädter Jury "Buch des Monats e.V.", Tilman Spreckelsen





Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. (…) Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung »Buch des Monats« soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung »Buch des Monats« erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein »Buch des Monats«.




Zerstörung
Cécile Wajsbrot

€20,00
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