Unterwandern
Märchen machen – FlutBallungsRäume (Niederrhein)
Zusammengestellt von Charlotte Coch, Jasmin Grande und Kerstin PreiwußReihe: die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik; Bd. 304
Was bedeuten Märchen heute und wie lassen sich versehrte Flüsse erzählen?
Märchen kann man sich im Moment kaum vorstellen, allerdings geschieht in ihnen ständig das, was man sich nicht vorstellen kann. So werden Kinder von ihren eigenen Eltern im Wald ausgesetzt, weil das Essen nicht für alle reicht, oder es erfriert am Ende ein Mädchen, obwohl es Schwefelhölzer verkauft. Kaum kann man das überbieten, nur unterwandern, weswegen die Literatur sich immer wieder mit ihnen auseinandersetzt. Märchen gehen wie selbstverständlich mit dem Ungeheuerlichen um und bieten dafür feste Formeln an. Sie sind demzufolge voller Alpträume und zugleich gut gegen Panikattacken. Sie sind ein Behältnis für unterdrückte Wünsche, die man nicht äußern, und Ängste, die man nicht verbergen kann. Ein Semester lang haben Studierende des Literaturinstituts diese in allen Sprachen gleich existierende Urform des Erzählens neu gedacht und vergegenwärtigt.
Der (Nieder-)Rhein ab Bonn/Köln ist breit, begradigt, städtisch. Er ist nicht nur Flut- sondern auch Ballungsraum, Transportweg und Medium der Landschaftsgestaltung, ein vom Menschen unwiderruflich geprägtes und versehrtes Gegenüber: Energielieferant und Abwasserreservoir, Heimat für Karnevalist:innen und Erstligist:innen. Welche Erzählungen, welche ästhetischen Programme und Codes entspringen diesem nichtromantischen Fluss-Bild? Flusswander:innen mit lang- oder kurzjährigem Niederrhein-Bezug haben sich dazu Gedanken gemacht.
Mit Beiträgen von Marie Babusch, Sonali Beher, Carina Eberle, Anna Anna Fišerová, Mara Genschel, Herbert Genzmer, Nicol Gou- darzi, Felix Gräbeldinger, Theresa Gutmann, Johanna Hansen, Meret Hauber, Sarah Hensel, Norbert Hummelt, Fatima Khan, Esther Kinsky, Marie Luise Knott, Thomas Kroeps, Stan Lafleur, Carla Lorenz, Thea Mantwill, Tara Meister, Rainer Merkel, Franziska Neef, Valeria Nieberg, Raphael Ostertag, Selim Özdogan, Chris- toph Peters, Maja Rieß, Alpan Sagsöz, Sabine Schiffner, Linus Schuierer, Enno Stahl, Grigory Stanskiy, Toi Tautorus, Lilith Tiefen- bacher, Wienke Treblin, Julia Trompeter, Stefanie de Velasco, Hubert Winkels.
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Märchen kann man sich im Moment kaum vorstellen, allerdings geschieht in ihnen ständig das, was man sich nicht vorstellen kann. So werden Kinder von ihren eigenen Eltern im Wald ausgesetzt, weil das Essen nicht für alle reicht, oder es erfriert am Ende ein Mädchen, obwohl es Schwefelhölzer verkauft. Kaum kann man das überbieten, nur unterwandern, weswegen die Literatur sich immer wieder mit ihnen auseinandersetzt. Märchen gehen wie selbstverständlich mit dem Ungeheuerlichen um und bieten dafür feste Formeln an. Sie sind demzufolge voller Alpträume und zugleich gut gegen Panikattacken. Sie sind ein Behältnis für unterdrückte Wünsche, die man nicht äußern, und Ängste, die man nicht verbergen kann. Ein Semester lang haben Studierende des Literaturinstituts diese in allen Sprachen gleich existierende Urform des Erzählens neu gedacht und vergegenwärtigt.
Der (Nieder-)Rhein ab Bonn/Köln ist breit, begradigt, städtisch. Er ist nicht nur Flut- sondern auch Ballungsraum, Transportweg und Medium der Landschaftsgestaltung, ein vom Menschen unwiderruflich geprägtes und versehrtes Gegenüber: Energielieferant und Abwasserreservoir, Heimat für Karnevalist:innen und Erstligist:innen. Welche Erzählungen, welche ästhetischen Programme und Codes entspringen diesem nichtromantischen Fluss-Bild? Flusswander:innen mit lang- oder kurzjährigem Niederrhein-Bezug haben sich dazu Gedanken gemacht.
Mit Beiträgen von Marie Babusch, Sonali Beher, Carina Eberle, Anna Anna Fišerová, Mara Genschel, Herbert Genzmer, Nicol Gou- darzi, Felix Gräbeldinger, Theresa Gutmann, Johanna Hansen, Meret Hauber, Sarah Hensel, Norbert Hummelt, Fatima Khan, Esther Kinsky, Marie Luise Knott, Thomas Kroeps, Stan Lafleur, Carla Lorenz, Thea Mantwill, Tara Meister, Rainer Merkel, Franziska Neef, Valeria Nieberg, Raphael Ostertag, Selim Özdogan, Chris- toph Peters, Maja Rieß, Alpan Sagsöz, Sabine Schiffner, Linus Schuierer, Enno Stahl, Grigory Stanskiy, Toi Tautorus, Lilith Tiefen- bacher, Wienke Treblin, Julia Trompeter, Stefanie de Velasco, Hubert Winkels.
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