Wallstein Verlag

Konversionen in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft


Zürich und Luzern im konfessionellen Vergleich

Reihe: Frühneuzeit-Forschungen; Bd. 14


Der Übertritt von einer christlichen Konfession zu einer anderen bedeutete im frühneuzeitlichen Europa weitaus mehr als einen privaten Gewissensakt. Wegen der engen Verflechtung von konfessioneller Zugehörigkeit mit politischen und sozialen Bindungen war ein Glaubenswechsel oft mit einem Verlust der politischen Rechte und des angestammten politischen Gefüges verbunden.


Je klarer definierbar und bedeutsamer der Faktor »Konfession« für die Gesellschaften ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde, um so größere Aufmerksamkeit wurde auch jenen Personen geschenkt, die die fragilen Grenzen zwischen den Konfessionen überschritten und diese damit gleichzeitig in Frage stellten und konsolidierten. Konvertiten begaben sich häufig in eine prekäre Situation: Von der einen Seite wurden sie als Verräter diffamiert, von der anderen Seite als Fremde misstrauisch aufgenommen oder auch abgewiesen.
Welche Einstellungen hatten die Obrigkeiten gegenüber Konfessionswechslern? Wie gingen sie mit ihnen um? Welche Erfahrungen machten Konvertiten selbst mit ihren Glaubensübertritten? Mit welchen Konflikten sahen sie sich konfrontiert? Inwiefern stellte eine Konversion für einen Menschen der Frühen Neuzeit eine attraktive Handlungsoption dar? Was sagt das Phänomen »Konversionen« schließlich über die Grenzen des Faktors »Konfession« als Ordnungs- und Identifikationsprinzip frühneuzeitlicher Gesellschaften einerseits und als bestimmender Faktor für individuelle Identitäten und Glaubensvorstellungen andererseits aus?
Diesen Fragen vor allem geht die Autorin hier am Beispiel der beiden eidgenössischen Stadtstaaten Zürich und Luzern vom ausgehenden 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nach. Da in Zürich das reformierte und in Luzern das katholische Bekenntnis jeweils die einzige offiziell geduldete Konfession war, lassen sich durch den systematischen Vergleich konfessionelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit der Konversionsproblematik zuverlässig und differenziert herausarbeiten.


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