Susanne Wittek
Gertrud Bing – Aby Warburgs »spiritual daughter«?
Versuch einer Annäherung
Reihe: Wissenschaftler in Hamburg; Bd. 14Gertrud Bing – Hüterin von Aby Warburgs Erbe und Protagonistin am Londoner Warburg Institute
Die Literaturwissenschaftlerin und Philosophin Gertrud Bing wurde 1921 an der Hamburgischen Universität von Ernst Cassirer promoviert und im Jahr darauf Mitarbeiterin der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (K.B.W.). Für deren Gründer und Direktor, den Kunsthistoriker Aby Warburg, war sie in seinen letzten fünf Lebensjahren seine unentbehrlichste Mitarbeiterin. Auf der Flucht vor antisemitischer Gewalt sorgte sie 1933 gemeinsam mit Fritz Saxl, Nachfolger Warburgs als Leiter der K.B.W. und ihr Lebenspartner, für den Transfer der Bibliothek von Hamburg nach London. Dort konnte sie dank ihres über Jahre gewachsenen Netzwerks viele Verfolgte bei der Flucht aus Deutschland und beim Aufbau einer neuen beruflichen Perspektive unterstützen. Schon in Hamburg und später als Direktorin des Warburg Institute und Herausgeberin seiner Schriftenreihen war sie für zahlreiche Schreibende die wichtigste Gesprächspartnerin: Gertrud Bing kommentierte, inspirierte und motivierte. Unter ihrer Ägide bezog das Institut seinen heutigen Standort im Universitätsviertel Bloomsbury. Ihr Wunsch, Aby Warburgs Leben und Werk mit einer Biografie zu würdigen, erfüllte sich nicht, da sie mitten in der Arbeit daran starb.
Die Literaturwissenschaftlerin und Philosophin Gertrud Bing wurde 1921 an der Hamburgischen Universität von Ernst Cassirer promoviert und im Jahr darauf Mitarbeiterin der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (K.B.W.). Für deren Gründer und Direktor, den Kunsthistoriker Aby Warburg, war sie in seinen letzten fünf Lebensjahren seine unentbehrlichste Mitarbeiterin. Auf der Flucht vor antisemitischer Gewalt sorgte sie 1933 gemeinsam mit Fritz Saxl, Nachfolger Warburgs als Leiter der K.B.W. und ihr Lebenspartner, für den Transfer der Bibliothek von Hamburg nach London. Dort konnte sie dank ihres über Jahre gewachsenen Netzwerks viele Verfolgte bei der Flucht aus Deutschland und beim Aufbau einer neuen beruflichen Perspektive unterstützen. Schon in Hamburg und später als Direktorin des Warburg Institute und Herausgeberin seiner Schriftenreihen war sie für zahlreiche Schreibende die wichtigste Gesprächspartnerin: Gertrud Bing kommentierte, inspirierte und motivierte. Unter ihrer Ägide bezog das Institut seinen heutigen Standort im Universitätsviertel Bloomsbury. Ihr Wunsch, Aby Warburgs Leben und Werk mit einer Biografie zu würdigen, erfüllte sich nicht, da sie mitten in der Arbeit daran starb.
Susanne Wittek
Susanne Wittek ist Autorin, Übersetzerin und Moderatorin. In ihrer Übersetzung erschien Jacques Semelins Studie »Das Überleben von Juden in Frankreich 1940-1944« (2018). Veröffentlichungen u. a.: »So muss ich fortan das Band als gelöst ansehen.« Ernst …
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