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Jüdische Selbstvergewisserung im nationalsozialistischen Deutschland


Die »Bücherei des Schocken Verlags«


Die 83 Bände der »Bücherei des Schocken Verlags« boten einem breiteren Publikum eine Essenz von Schockens anspruchsvollem Verlagsprogramm.

Der weitgehend vergessene und auch von der Forschung vernachlässigte Schatz der »Bücherei des Schocken Verlags« wird in drei großen Schritten vergegenwärtigt: einer gedrängten Zusammenfassung aller 83 Bände, von Jesaja und Philon über Maimonides und Mendelssohn bis zu Cohen und Liebermann; einer Analyse ausgewählter Titel, wobei kommentierende Überschreibungen wie in Eugen Täublers Nachwort zu Mommsens »Judaea und die Juden« oder dem Heinz Politzers zu Kafkas »Vor dem Gesetz« besondere Beachtung finden; einer Reihe von Überblicken wie »Innensicht gegen Außensicht« oder »Verborgen-offenbarer Doppelsinn«. Der Schwerpunkt der »Bücherei« ist nicht zionistisch, sondern kulturzionistisch. Die deutlichste Absage an das nationalsozialistische Deutschland findet sich in Karl Wolfskehls Gedichtband »Die Stimme spricht«; von den zeitgenössischen Arabern ist nur ausnahmsweise, doch – besonders in Shlomo Dov Goiteins »Von den Juden Jemens« – ohne Feind-seligkeit die Rede.
Gerhard R. Kaiser

Gerhard R. Kaiser wurde 1943 in Mainz geboren. Von 1962 bis 1967 studierte er Literaturwissenschaft in Tübingen und Mainz und wurde 1971 mit einer Dissertation über Proust, Musil und Joyce zum Dr. phil. promoviert. Von 1973 bis 1993 arbeitete er als Professor …

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