Umstrittene Verwandtschaft
Koloniale und nationalsozialistische Gewalt
Herausgegeben von Raphael Gross und Stephan MalinowskiHistorische Grundlagen der Debatte zur »Verwandtschaft« von kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt
Die Frage nach der Vergleichbarkeit von Kolonialismus und Nationalsozialismus stand in den letzten Jahren im Zentrum erbittert geführter geschichtspolitischer Debatten. Die Kontroverse reicht allerdings weit über die Geschichtswissenschaft hinaus und begann bereits in den 1930er Jahren. Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Frage nach der angeblichen »Verwandtschaft« zweier Gewaltregime, die auf den ersten Blick eine Reihe von Gemeinsamkeiten, auf den zweiten Blick auch erhebliche Unterschiede aufweisen: die jahrhundertelange europäische Kolonialherrschaft und die kurze, von radikaler Beschleunigung geprägte NS-Herrschaft in Europa. Der Band untersucht für 1900 bis 1960 die Grundlagen dieses Vergleichs und behandelt Themenfelder wie Rassismus, Antisemitismus, Zwangsarbeit, Kollaboration und Widerstand. Welche Bedeutung besaßen zum Beispiel Konzentrationslager im jeweiligen Kontext? Wie unterschied sich etwa die Konstellation für antikoloniale Guerillaeinheiten von den Aufständen im Warschauer Ghetto oder in Auschwitz? Mit Blick auf ein breites Spektrum internationaler Beispiele soll der Band dazu beitragen, eine stark emotional geführte Debatte zu ihren sachlichen Kernen zurückzuführen.
Die Frage nach der Vergleichbarkeit von Kolonialismus und Nationalsozialismus stand in den letzten Jahren im Zentrum erbittert geführter geschichtspolitischer Debatten. Die Kontroverse reicht allerdings weit über die Geschichtswissenschaft hinaus und begann bereits in den 1930er Jahren. Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Frage nach der angeblichen »Verwandtschaft« zweier Gewaltregime, die auf den ersten Blick eine Reihe von Gemeinsamkeiten, auf den zweiten Blick auch erhebliche Unterschiede aufweisen: die jahrhundertelange europäische Kolonialherrschaft und die kurze, von radikaler Beschleunigung geprägte NS-Herrschaft in Europa. Der Band untersucht für 1900 bis 1960 die Grundlagen dieses Vergleichs und behandelt Themenfelder wie Rassismus, Antisemitismus, Zwangsarbeit, Kollaboration und Widerstand. Welche Bedeutung besaßen zum Beispiel Konzentrationslager im jeweiligen Kontext? Wie unterschied sich etwa die Konstellation für antikoloniale Guerillaeinheiten von den Aufständen im Warschauer Ghetto oder in Auschwitz? Mit Blick auf ein breites Spektrum internationaler Beispiele soll der Band dazu beitragen, eine stark emotional geführte Debatte zu ihren sachlichen Kernen zurückzuführen.
Raphael Gross
Stephan Malinowski
Raphael Gross, Jahrgang 1966, ist Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum und unterrichtet Geschichte an der Universität Leipzig. Er hat zu deutscher und deutsch-jüdischer Geschichte gearbeitet. Zu seinen Forschungsgebieten gehören der Nationalsozialismus …
mehrStephan Malinowski
Stephan Malinowski, Jahrgang 1966, Professor emeritus an der University of Edinburgh, studierte und lehrte Geschichte in Berlin, Frankreich, Italien, den USA, Irland und Großbritannien. Zu seinen Forschungsgebieten gehören der Nationalsozialismus und …
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