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Die Reichsbank im nationalsozialistischen Eroberungskrieg


Ausbeutung, Kriegsfinanzierung und Raub im besetzten Polen

Reihe: Von der Reichsbank zur Bundesbank 1924-1970; Bd. 3


Die Reichsbank war nicht nur an der Ausbeutung Polens beteiligt, sondern auch an der »Germanisierung« des Landes und der Finanzierung von Ghettos.

Während der über fünfjährigen Besatzungszeit in Polen war die Reichsbank verantwortlich für die währungspolitische Beherrschung und Ausbeutung der annektierten Gebiete und des Generalgouvernements. Die NS-Währungspolitik führte zu einer ruinösen Verarmung der Bevölkerung und kam einer Plünderung der gesamten Volkswirtschaft gleich. Eine inflationäre Notenemission diente dabei vor allem der Finanzierung von deutschen Behörden, Wehrmacht, Polizei und SS. Darüber hinaus hatte die Währungspolitik der Reichsbank auch erhebliche Auswirkungen auf die nationalsozialistische Judenverfolgung und den Holocaust im besetzten Polen. Ob Finanzierung der Ghettos, Einsatz von Zwangsarbeitern, »Verwertung« des Eigentums der jüdischen Bevölkerung oder Bezahlung der Deportationszüge: Vieles lief über Konten der Reichsbank, deren Beamte über alle Aspekte der NS-Massenverbrechen bestens informiert waren. Ab Sommer 1941 erweiterte die Reichsbank alle diese Mechanismen auch auf die besetzten Gebiete der Sowjetunion.
Ingo Loose

Ingo Loose studierte Geschichte, Philosophie und Slawistik in Hamburg, Warschau und Moskau sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). 2005 promovierte er über deutsche Banken im besetzten Polen (1939–1945). Von 2000 bis 2010 war er Dozent an der …

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