Johann Peter Hebel
Merkwürdigkeiten
Das Schatzkästlein und andere Kalendertexte
Hg. und mit einem Nachwort von Andreas MauzHebel hat mit seinen Kalendertexten Literaturgeschichte geschrieben. Zu seinem 200. Todestag am 22. September sind sein »Schatzkästlein« und unbekanntere Texte neu zu entdecken.
Johann Peter Hebels Kalendertexte verbinden in pointierter Form Unterhaltung mit lebenspraktischem Wissen. Sie bieten allerlei »Merkwürdigkeiten«: Dinge, die es wert sind, gemerkt zu werden, aber auch Außergewöhnliches und Kurioses – ohne dass sich das eine streng vom anderen trennen ließe. Die vorliegende Ausgabe präsentiert eine doppelte Auswahl: Sie umfasst das von Hebel selbst verantwortete »Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes« (1811), ergänzt diese kanonische Sammlung aber um unbekanntere Texte der Jahrgänge 1812 bis 1819. Damit bringt das Buch zugleich einen wenig beachteten Schwerpunkt von Hebels kalendarischem Schreiben zur Geltung: Auch jenseits des Klassikers »Kannitverstan« widmen sich seine Texte so intensiv wie pointiert der Verstehensproblematik. Sie vermessen das Spektrum zwischen Verstehen, Missverstehen und Nichtverstehen. Hebel zieht die Lesenden aktiv in die entsprechenden Lust- und Leidenserfahrungen hinein und schult durch unzählige Konfliktszenen ihre ethisch-hermeneutische Urteilsfähigkeit – auch gegenüber den Erzählungen selbst. Denn oft sind die Beziehungen zwischen der Geschichte und ihrer Moral komplexer als es das demonstrative »Merke« glauben machen will. Hebels Faible für Gaunergeschichten korrespondiert mit einem raffiniert-gaunerischen Erzählen: »Der Hausfreund denkt etwas dabey; aber er sagt`s nicht.«
Johann Peter Hebels Kalendertexte verbinden in pointierter Form Unterhaltung mit lebenspraktischem Wissen. Sie bieten allerlei »Merkwürdigkeiten«: Dinge, die es wert sind, gemerkt zu werden, aber auch Außergewöhnliches und Kurioses – ohne dass sich das eine streng vom anderen trennen ließe. Die vorliegende Ausgabe präsentiert eine doppelte Auswahl: Sie umfasst das von Hebel selbst verantwortete »Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes« (1811), ergänzt diese kanonische Sammlung aber um unbekanntere Texte der Jahrgänge 1812 bis 1819. Damit bringt das Buch zugleich einen wenig beachteten Schwerpunkt von Hebels kalendarischem Schreiben zur Geltung: Auch jenseits des Klassikers »Kannitverstan« widmen sich seine Texte so intensiv wie pointiert der Verstehensproblematik. Sie vermessen das Spektrum zwischen Verstehen, Missverstehen und Nichtverstehen. Hebel zieht die Lesenden aktiv in die entsprechenden Lust- und Leidenserfahrungen hinein und schult durch unzählige Konfliktszenen ihre ethisch-hermeneutische Urteilsfähigkeit – auch gegenüber den Erzählungen selbst. Denn oft sind die Beziehungen zwischen der Geschichte und ihrer Moral komplexer als es das demonstrative »Merke« glauben machen will. Hebels Faible für Gaunergeschichten korrespondiert mit einem raffiniert-gaunerischen Erzählen: »Der Hausfreund denkt etwas dabey; aber er sagt`s nicht.«
Johann Peter Hebel
Andreas Mauz
Johann Peter Hebel (1760–1826) war ein deutscher Schriftsteller, Pädagoge und evangelischer Theologe. Bekannt wurde er durch seine alemannischen Gedichte und seine Kalendergeschichten. Mit lebensnaher Weisheit und aufklärerischem Witz gehört er zu den …
mehrAndreas Mauz
Andreas Mauz, geb. 1973, hat in Basel, Tübingen und Zürich Germanistik und Ev. Theologie studiert. Seine theologische Promotion und Habilitation erfolgten in Zürich. Er lehrt an verschiedenen Universitäten, arbeitet als Herausgeber und Critical-Thinking-Vermittler. …
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