»Flieg mein Lied, meine wilde Qual«
Dichtung und Selbstzeugnisse
Hg. und mit einem Vorwort von von Juri Andruchowytsch. Aus dem Ukrainischen und Russischen von Beatrix KerstenReihe: Ukrainische Bibliothek
Durch seine Dichtung und Malerei avancierte Taras Schewtschenko zum Symbol des ukrainischen Widerstands gegen das Russische Imperium im 19. Jahrhundert. In einem Gedicht kritisierte er Zar Nikolaus I. – und wurde mit lebenslangem Militärdienst sowie Mal- und Schreibverbot bestraft. In seinen Werken lässt Schewtschenko die Repressionen und den Widerstand erfahrbar werden und offenbart eine romantische Freiheitssehnsucht und ein tiefes Verlangen nach seiner idealisierten geistigen Heimat, der Ukraine.
»Für die Ukrainer ist Schewtschenko Luther, Kant und Goethe in einem«, so der Herausgeber Juri Andruchowytsch.
Der Band enthält Schewtschenkos wichtigste Gedichte sowie Auszüge aus seinem Journal, das 1857/58 in der Verbannung in entlegenen Garnisonsstädten Zentralasiens entstand. Das Buch ist ein Muss für alle, die sich für Literaturgeschichte, politische Poesie und kulturelle Identitätsfragen interessieren. Mit Taras Schewtschenko ist ein Dichter zu entdecken, dessen Stimme bis heute auf den Barrikaden der Freiheit zu hören ist.
Inhaltsverzeichnis
Juri Andruchowytsch, geb. 1960, ist mit seinen drei Romanen Rekreacij (1992; dt. Karpatenkarneval, 2019), Moscoviada (1993, dt. Ausgabe 2006) und Perverzija (1999, dt. Perversion, 2011), zum Klassiker der ukrainischen Gegenwartsliteratur geworden. Sein …
mehrClaudia Dathe
Claudia Dathe, geb. 1971, arbeitet seit 2005 in Projekten zum literarischen Übersetzen, zum Kulturaustausch und zur politischen Bildung und übersetzt Literatur aus dem Ukrainischen und Russischen. Für ihr Engagement um die Vermittlung ukrainischer Literatur …
mehrBeatrix Kersten
Beatrix Kersten, geb. 1972, studierte u. a. Slawistik, Philosophie und Politikwissenschaft. Sie arbeitet als freie Übersetzerin von Lyrik, Prosa und essayistischen Texten aus dem Ukrainischen und Jiddischen.
mehrTanja Maljartschuk
Tanja Maljartschuk, geb. 1983, ist eine ukrainische Schriftstellerin und Essayistin. Sie lebt seit 2011 in Wien, ihre Werke wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. 2018 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis der Stadt Klagenfurt, und in zahlreiche Sprachen übersetzt. …
mehrTaras Schewtschenko
Taras Schewtschenko (1814 – 1861) war Dichter, Maler und Wegbereiter der modernen ukrainischen Kultur. Er wurde als Leibeigener im Dorf Morynzi in der Zentralukraine geboren und 1838 von Künstlerfreunden in Sankt Petersburg freigekauft. Wegen eines regimekritischen …
mehrJuri Andruchowytsch erhält den Internationalen Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz 2026
Am 18. April 2026 wurde Juri Andruchowytsch in Chemnitz der internationale Stefan-Heym-Preis verliehen. Der Preisträger nahm die Auszeichnung in der Eventlocation die fabrik Chemnitz persönlich von Oberbürgermeister Sven Schulze entgegen.
Oberbürgermeister Sven Schulze: »Mit Juri Andruchowytsch ehren wir nicht nur einen großen europäischen Autor. Wir zeichnen einen Schriftsteller aus, der sich – genau wie Stefan Heym – nicht mit der Rolle des bloßen Beobachters begnügt. Er ist eine Stimme seines Landes, eine Stimme Europas. Wie Heym begreift Andruchowytsch Literatur als gesellschaftliche Einmischung. Und Einmischung ist das Gegenteil von Gleichgültigkeit.«
Der internationale Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz wird in Erinnerung an das Leben, Werk und Wirken von Stefan Heym verliehen. Mit dem Preis zeichnet die Stadt Chemnitz Autor:innen und Publizist:innen aus, die sich im Sinne Stefan Heyms mit ihrer Arbeit in herausragendem Maße in den öffentlichen Diskurs einmischen und nachhaltig Akzente setzen, die von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung sind. Der Internationale Stefan-Heym-Preis wird alle drei Jahre vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert.
Bei Wallstein erschien unter Herausgabe von Juri Andruchowytsch der Band »Flieg mein Lied, meine wilde Qual« mit Dichtungen und Selbstzeugnissen des Autors Taras Schewtschenko.



