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Autorenfoto von Taras Schewtschenko
© gemeinfrei

Taras Schewtschenko


Taras Schewtschenko (1814 – 1861) war Dichter, Maler und Wegbereiter der modernen ukrainischen Kultur. Er wurde als Leibeigener im Dorf Morynzi in der Zentralukraine geboren und 1838 von Künstlerfreunden in Sankt Petersburg freigekauft. Wegen eines regimekritischen Gedichts wurde er zu lebenslangem Militärdienst verurteilt. Erst nach dem Tod des Zaren 1857 kam er frei und starb wenige Jahre später in Sankt Petersburg, ohne jemals in die Ukraine zurückkehren zu können.


Bücher:

»Flieg mein Lied, meine wilde Qual«
Dichtung und Selbstzeugnisse

ISBN 978-3-8353-5883-6
€ 26,00 (D) | € 26,80 (A)


Veranstaltungen:

Graal Müritz
25. September 2026
Juri Andruchowitsch und Claudia Dathe stellen die »Ukrainische Bibliothek« vor

Übersetzungen von Beatrix Kersten und Claudia Dathe

Die »Ukrainische Bibliothek« stellt in 8 Bänden die bekanntesten Klassiker des ukrainischen literarischen Erbes des 19. und 20. Jahrhunderts vor. Zwei dieser Bände werden vorgestellt: Taras Schewtschenkos »Flieg mein Lied, meine wilde Qual« und »Wer will mich hindern, die Welt zu verkehren?“ mit Gedichten, Manifesten und Prosatexte von Mychajl Semenko aus den 1910er bis 1930er Jahren.

Durch seine Dichtung und Malerei avancierte Taras Schewtschenko zum Symbol des ukrainischen Widerstands gegen das russische Imperium im 19. Jahrhundert. In einem Gedicht kritisierte er Zar Nikolaus I. – und wurde mit lebenslangem Militärdienst sowie Mal- und Schreibverbot bestraft. Taras Schewtschenko zeichnet seinen Lebensweg zwischen Verbannung am Kaspischen Meer und künstlerischer Entfaltung in Sankt Petersburg, zwischen Widerstand und Unterdrückung in Gedichten und Tagebuchnotizen aus den 1840er bis 1860er Jahren. »Für die Ukrainer ist Schewtschenko Luther, Kant und Goethe in einem«, so der Herausgeber Juri Andruchowytsch. Der Band enthält Schewtschenkos wichtigste Gedichte sowie Auszüge aus seinem Journal, das 1857/58 in der Verbannung in entlegenen Garnisonsstädten Zentralasiens entstand.

Der ukrainische Futurist Mychajl Semenko begehrt auf: gegen traditionsverhaftetes Denken in seinem Land, gegen das Verharren im gesellschaftlich Überkommenen. Gegen den Nationaldichter Taras Schewtschenko wettert er: »Ach, mit dir ist es öde … Ich will nicht mit dir reden. Ich schäme mich für dich, Mann …« Er erschafft eine moderne, urbane Poesie, mit der er insbesondere Erhabenes und Alltägliches im Kyjiw der späten 1910er und frühen 1920er Jahre facettenreich einfängt. Semenko steht für den Aufbruch der ukrainischen Kultur in den 1920er Jahren – ein Aufbruch, der mit der Herrschaft Stalins in den 1930er Jahren ein jähes Ende findet.
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