Jens Gründler
Kranke Kinder
Gesundheitsfürsorge in Westfalen im 20. Jahrhundert
Reihe: Regionalgeschichte kompakt; Bd. 6Gesunde Kinder als Zukunftsversprechen: Regionale Perspektiven auf Fürsorgepraktiken
Die Gesundheit von Kindern wurde auf internationaler Ebene um 1900 als ein zentrales Feld der Gesundheitsfürsorge ›entdeckt‹. Kranke Kinder wurden gesellschaftlich und politisch zunehmend als Risiko für den Bestand einer Nation wahrgenommen. Gesunde Kinder versprachen dagegen, dass die Nationen im Wettstreit untereinander bestehen könnten. In der Folge wurden zahlreiche Initiativen zu gesundheitspolitischen Maßnahmen entwickelt – von Schulspeisungen und -untersuchungen über den Ausbau von Turn- und Sportangeboten bis hin zu Heilstätten und -sanatorien für Tuberkulosegefährdete oder die Erweiterung der Kur- und Erholungsfürsorge.
Durch eine Perspektive auf das »Zeitalter der Extreme« (Hobsbawm) nimmt das Buch die zentralen Kontinuitäten und Veränderungsprozesse über die politischen Regierungswechsel des 20. Jahrhunderts in den Blick – vom Deutschen Kaiserreich, über die Weimarer Republik und den National-sozialismus bis hin zum geteilten Deutschland. Gleichzeitig sorgt die westfälische Perspektive anhand von Beispielen wie dem Kinderdorf Staumühle in Bielefeld Senne, dem St. Josefsstift in Sendenhorst, dem St. Johannesstift in Marsberg oder den »Provinzial Taubstummenanstalten« in Büren und Soest dafür, den spezifischen lokalen und regionalen Formen dieser präventiven und kurativen Gesundheitsfürsorge mit der nötigen Tiefenschärfe nachzuspüren.
Die Gesundheit von Kindern wurde auf internationaler Ebene um 1900 als ein zentrales Feld der Gesundheitsfürsorge ›entdeckt‹. Kranke Kinder wurden gesellschaftlich und politisch zunehmend als Risiko für den Bestand einer Nation wahrgenommen. Gesunde Kinder versprachen dagegen, dass die Nationen im Wettstreit untereinander bestehen könnten. In der Folge wurden zahlreiche Initiativen zu gesundheitspolitischen Maßnahmen entwickelt – von Schulspeisungen und -untersuchungen über den Ausbau von Turn- und Sportangeboten bis hin zu Heilstätten und -sanatorien für Tuberkulosegefährdete oder die Erweiterung der Kur- und Erholungsfürsorge.
Durch eine Perspektive auf das »Zeitalter der Extreme« (Hobsbawm) nimmt das Buch die zentralen Kontinuitäten und Veränderungsprozesse über die politischen Regierungswechsel des 20. Jahrhunderts in den Blick – vom Deutschen Kaiserreich, über die Weimarer Republik und den National-sozialismus bis hin zum geteilten Deutschland. Gleichzeitig sorgt die westfälische Perspektive anhand von Beispielen wie dem Kinderdorf Staumühle in Bielefeld Senne, dem St. Josefsstift in Sendenhorst, dem St. Johannesstift in Marsberg oder den »Provinzial Taubstummenanstalten« in Büren und Soest dafür, den spezifischen lokalen und regionalen Formen dieser präventiven und kurativen Gesundheitsfürsorge mit der nötigen Tiefenschärfe nachzuspüren.
Jens Gründler
Jens Gründler ist wissenschaftlicher Referent am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster und lehrt an der Katholischen Hochschule NRW. Veröffentlichungen u. a.: Kinderkuren in Deutschland 1945–1990. Perspektiven aus historischer und …
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