Benjamin Krutzky
Reflexion der Stunden
Lektüre und Wissenschaftsgeschichte von Rilkes Gedichtzyklus ›Das Stunden-Buch‹
Reihe: Philologien. Theorie - Praxis - Geschichte; Bd. 11Eine kurrente Gesamtdeutung von Rilkes berühmtem Frühwerk vor dem Hintergrund einer eingehenden Geschichte der Lektüren
»Das Stunden-Buch« begründet Rilkes Ruhm. Der Zyklus steht am Anfang von dessen weltweiter, großer Rezeption, in der Rilke zunächst als ein religiöser Dichter galt. Bis heute ist die Forschung zu diesem Werk bedingt von der ersten Aufnahme. Als Dokument einer religiösen Welt-anschauung steht »Das Stunden-Buch« so im Schatten des weitaus breiter erforschten mittleren und späten Werks. Benjamin Krutzky zeigt in einer durchgehenden Lektüre aller Gedichte, dass es sich bei den Gedichten nicht um Gebete handelt. Viel eher lässt sich eine schrittweise, quasi-methodisch gewonnene Zurückhaltung erkennen: ein Zurücktreten zunächst der Gottesbestimmungen und dann auch das Zurücktreten vom Insistieren auf einer Gottesbegegnung. Die Zurückhaltung gelingt in den Verfahren von Kritik, Kommentar und Imagination von poetisch geschaffenen Figuren. Mit dieser sprachlichen Bescheidenheit gegenüber transzendenten Figuren weist das Werk auf die Skepsis voraus, die das Spätwerk prägt. Nicht zuletzt korrigiert Krutzkys Studie mit Dokumenten aus dem Nachlass des Dichters die Deutung des Titels, dessen Bindestrich den einfachen Bezug auf die Laienbreviere hintergeht. So treten die »Stunden« als Momente und Orte von Produktivität hervor, die im Zyklus hinsichtlich ihrer Bedingungen befragt werden.
»Das Stunden-Buch« begründet Rilkes Ruhm. Der Zyklus steht am Anfang von dessen weltweiter, großer Rezeption, in der Rilke zunächst als ein religiöser Dichter galt. Bis heute ist die Forschung zu diesem Werk bedingt von der ersten Aufnahme. Als Dokument einer religiösen Welt-anschauung steht »Das Stunden-Buch« so im Schatten des weitaus breiter erforschten mittleren und späten Werks. Benjamin Krutzky zeigt in einer durchgehenden Lektüre aller Gedichte, dass es sich bei den Gedichten nicht um Gebete handelt. Viel eher lässt sich eine schrittweise, quasi-methodisch gewonnene Zurückhaltung erkennen: ein Zurücktreten zunächst der Gottesbestimmungen und dann auch das Zurücktreten vom Insistieren auf einer Gottesbegegnung. Die Zurückhaltung gelingt in den Verfahren von Kritik, Kommentar und Imagination von poetisch geschaffenen Figuren. Mit dieser sprachlichen Bescheidenheit gegenüber transzendenten Figuren weist das Werk auf die Skepsis voraus, die das Spätwerk prägt. Nicht zuletzt korrigiert Krutzkys Studie mit Dokumenten aus dem Nachlass des Dichters die Deutung des Titels, dessen Bindestrich den einfachen Bezug auf die Laienbreviere hintergeht. So treten die »Stunden« als Momente und Orte von Produktivität hervor, die im Zyklus hinsichtlich ihrer Bedingungen befragt werden.
Benjamin Krutzky
Benjamin Krutzky, geb. 1991, ist Leiter der digitalen Arbeitsstelle der Historisch-kritischen Ausgabe der Werke Rilkes an der Fondation Rilke, Sierre. Von 2021 bis 2025 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Osnabrück. Der Band »Das …
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