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Realismus in Arbeit


Ökonomie und Poetik bei Gustav Freytag, Gottfried Keller und Theodor Fontane


Welche literarischen Modelle entwickelten Gottfried Keller und Theodor Fontane, um den wechselseitigen Bezug von Arbeit einerseits und der Poetik des Realismus andererseits darzustellen?

In »Realismus in Arbeit« zeichnet Maximilian Bergengruen nach, wie Gottfried Keller und Theodor Fontane auf ein uneingelöstes Versprechen aus der Frühzeit des Poetischen Realismus reagieren: Der Literaturkritiker Julian Schmidt und Gustav Freytag hatten in den 1850er Jahren die Parole ausgegeben, dass nur das Thema Arbeit die ideale und reale Ebene des literarischen Schreibens miteinander verbinde. In den Augen von Keller und Fontane löst Freytag dieses Versprechen des Poetischen Realismus jedoch gerade nicht ein, wenn er in »Soll und Haben« ein Konzept von Arbeit entwickelt, das jeglicher Poetizität mangelt. Demgegenüber entwerfen Keller und Fontane – im Rückgriff auf Arbeitstheorien von Thomas Carlyle, Wilhelm Heinrich Riehl und den Ökonomen der Historischen Schule – in ihren Romanen und Erzählungen literarische Modelle, die Arbeit und Poetizität wechselseitig aufeinander beziehen. Während Keller im »Grünen Heinrich« und in den »Leuten von Seldwyla« eine Theorie des Spiels etabliert, überträgt Fontane in seinen -Berliner Romanen Unternehmertheorien auf den Mikrokosmos weiblichen Arbeitens; all das überlagert durch eine ökonomisch gewendete Rezeption des Darwinismus.
Maximilian Bergengruen

Maximilian Bergengruen, Professor für neuere deutsche Literatur und Kulturgeschichte an der Universität Würzburg, Forschungen zur Wissens- und Theoriegeschichte der deutschen Literatur von der Frühen Neuzeit bis in die Moderne. Veröffentlichungen u. a.: …

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