Die Beobachtung kulturellen Übersetzens als Mikro-Praxis wechselseitiger kultureller Aneignung bietet die Möglichkeit, Kultur- und Globalgeschichte der frühen Neuzeit neu aufeinander zu beziehen.
Das Buch bestimmt kulturelles Übersetzen als Übertragungsleistung, die mehr meint als einen Transfer zwischen Texten und Sprachen. Vielmehr wird kulturelles Übersetzen hier verstanden als wechselseitiger – wenn auch oft genug asymmetrischer – Vermittlungsprozess, der Menschen und deren Zugehörigkeiten ebenso einschließt wie performative und rituelle Praktiken, der aber auch emotionale, materielle und ästhetische Repräsentationen umfassen kann. Kulturelles Übersetzen ist in dieser Perspektive immer auch kulturelles »borrowing« und damit nicht nur kulturvermittelnde, sondern auch kulturstiftende Praxis: Found in Translation. Im Mittelpunkt stehen die Übersetzerinnen und Übersetzer selbst, die in der globalen frühen Neuzeit zwischen unterschiedlichen Sprachwelten, Sinnsystemen, Deutungsmustern und Ordnungsvorstellungen vermittelten und dabei zu »cultural brokers« wurden. Drei »Fälle« sollen dabei besondere Aufmerksamkeit finden: jener des Diplomaten und Gelehrten Al-Hasan bin Muhammad bin Ahmad al-Wazzan al-Fasi, jener der Mystikerin und Missionarin Marie de l`Incarnation und schließlich jener des Juristen und Frühaufklärers Christian Gottlieb Priber.
Das Buch bestimmt kulturelles Übersetzen als Übertragungsleistung, die mehr meint als einen Transfer zwischen Texten und Sprachen. Vielmehr wird kulturelles Übersetzen hier verstanden als wechselseitiger – wenn auch oft genug asymmetrischer – Vermittlungsprozess, der Menschen und deren Zugehörigkeiten ebenso einschließt wie performative und rituelle Praktiken, der aber auch emotionale, materielle und ästhetische Repräsentationen umfassen kann. Kulturelles Übersetzen ist in dieser Perspektive immer auch kulturelles »borrowing« und damit nicht nur kulturvermittelnde, sondern auch kulturstiftende Praxis: Found in Translation. Im Mittelpunkt stehen die Übersetzerinnen und Übersetzer selbst, die in der globalen frühen Neuzeit zwischen unterschiedlichen Sprachwelten, Sinnsystemen, Deutungsmustern und Ordnungsvorstellungen vermittelten und dabei zu »cultural brokers« wurden. Drei »Fälle« sollen dabei besondere Aufmerksamkeit finden: jener des Diplomaten und Gelehrten Al-Hasan bin Muhammad bin Ahmad al-Wazzan al-Fasi, jener der Mystikerin und Missionarin Marie de l`Incarnation und schließlich jener des Juristen und Frühaufklärers Christian Gottlieb Priber.
Peter Burschel
Peter Burschel ist seit 2016 Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und Inhaber des Lehrstuhls für Kulturgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der Universität Göttingen. Nach dem Masterabschluss und der Promotion in Göttingen …
mehr




