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Ohne Flügel ist der Adler im Himmel machtlos


Kalmückische Displaced Persons im Nachkriegsdeutschland


In der Geschichte kaum beachtet: das Schicksal der westmongolischen Kalmücken, die vor Stalin und dem Bolschewismus flohen und nach dem Zweiten Weltkrieg im westlichen Deutschland strandeten

Im Jahr 1945 befanden sich Millionen sogenannte Displaced Persons, überwiegend osteuropäische Männer, Frauen und Kinder, im besiegten Deutschland. Die meisten von ihnen waren befreite Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Holocaust-Überlebende. Zu diesen DPs zählten auch mehrere hundert Kalmücken, westmongolische Nomaden buddhistischen Glaubens aus dem südlichen Russland, deren Lebensweise, Kultur und Religion unter Stalin massiv unterdrückt wurden. Schon nach der Oktoberrevolution und erneut im Zweiten Weltkrieg verließen viele Kalmücken die Sowjetunion in Richtung Westen. Dort fanden sie mit ihren Familien ein vorläufiges Zuhause in DP-Lagern im amerikanisch besetzten Bayern.
Petra Reategui beleuchtet erstmals das Leben der kleinen kalmückischen Gemeinschaft in den deutschen Flüchtlingslagern. Zeitzeugen und Nachkommen von betroffenen Familien schildern in Interviews, wie es ihnen in der ungewohnten Umgebung ergangen ist, wie sie versuchten, Religion und Traditionen in der Fremde zu bewahren, und was sie sich von der Zukunft erhofften. Diese Erzählungen, Recherchen vor Ort und in Archiven sowie zahlreiche Fotos vermitteln ein Bild von den ersten Nachkriegsjahren in Deutschland, von denen die meisten Deutschen heute kaum noch etwas wissen.
Petra Reategui

Petra Reategui, geb. 1948, studierte Dolmetschen und Soziologie in Heidelberg und Berlin und absolvierte ein journalistisches Volontariat. Neben ihrer Arbeit als Dolmetscherin schrieb sie Features für den Sender Freies Berlin und andere ARD-Radiostationen. …

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