Der ungewöhnliche Titel »ë« steht für einen Buchstaben, der in der albanischen Sprache eine wichtige Funktion hat, obwohl er meist gar nicht ausgesprochen wird. Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität, sucht nach Verständnis, aber stößt immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz.
Als der Kosovokrieg Ende der 90er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – sie werden nur anders erlebt als vor Ort.
Der Roman »ë« erzählt von dem in Deutschland kaum bekannten Kosovokrieg und erinnert an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren ermordete Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, wird von Jehona Kicaj im wahrsten Wortsinn zur Sprache gebracht.
Portrait Jehona Kicaj zur Shortlist dür den Deutschen Buchpreis 2025
Jehona Kicaj, geb. 1991 in Kosovo und aufgewachsen in Göttingen, studierte Philosophie, Germanistik und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Hannover. Nach wissenschaftlichen Publikationen erscheinen von ihr seit 2020 auch literarische Texte. Sie …
mehrLiteraturpreis Fulda 2026: Jehona Kicaj steht mit »ë« auf der Shortlist
Jehona Kicaj ist unter den sechs nominierten Autor:innen für den Literaturpreis Fulda 2026. Die fünfköpfige Jury traf ihre Auswahl aus insgesamt 43 Einreichungen deutschsprachiger Verlage. Die Entscheidung über die Auszeichnung wird Ende Januar verkündet. Wir gratulieren der Autorin zur Nominierung!
Organisiert wird der Literaturpreis Fulda im Auftrag der Stadt Fulda und in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt von Silke Hartmann von der Agentur „Kulturperle – Kommunikation und Kulturmanagement“. Verliehen wird er seit dem Jahr 2019 jährlich. Die diesjährige Jury setzt sich zusammen aus: Christoph Schröder, Zsuzsa Bánk, Anna Yeliz Schentke, Julia Schröder und Christoph Peters. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
