Ein stilles und zugleich sprachmächtiges Buch, das vom Verlust der Heimat durch Krieg, von Schmerz und Sprachverlust erzählt. In diesem ergreifenden Debüt findet die Autorin eine großartige eigene Sprache.
Der ungewöhnliche Titel »ë« steht für einen Buchstaben, der in der albanischen Sprache eine wichtige Funktion hat, obwohl er meist gar nicht ausgesprochen wird. Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität, sucht nach Verständnis, aber stößt immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz.
Als der Kosovokrieg Ende der 90er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – sie werden nur anders erlebt als vor Ort.
Der Roman »ë« erzählt von dem in Deutschland kaum bekannten Kosovokrieg und erinnert an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren ermordete Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, wird von Jehona Kicaj im wahrsten Wortsinn zur Sprache gebracht.
Portrait Jehona Kicaj zur Shortlist dür den Deutschen Buchpreis 2025
Der ungewöhnliche Titel »ë« steht für einen Buchstaben, der in der albanischen Sprache eine wichtige Funktion hat, obwohl er meist gar nicht ausgesprochen wird. Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität, sucht nach Verständnis, aber stößt immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz.
Als der Kosovokrieg Ende der 90er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – sie werden nur anders erlebt als vor Ort.
Der Roman »ë« erzählt von dem in Deutschland kaum bekannten Kosovokrieg und erinnert an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren ermordete Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, wird von Jehona Kicaj im wahrsten Wortsinn zur Sprache gebracht.
Portrait Jehona Kicaj zur Shortlist dür den Deutschen Buchpreis 2025
Jehona Kicaj
Jehona Kicaj, geb. 1991 in Kosovo und aufgewachsen in Göttingen, studierte Philosophie, Germanistik und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Hannover. Nach wissenschaftlichen Publikationen erscheinen von ihr seit 2020 auch literarische Texte. Sie …
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Jehona Kicaj erhält für »ë« den Debütpreis des Buddenbrookhauses
Jehona Kicaj gewinnt den Debütpreis des Buddenbrookhauses 2024/25. Ihr Roman »ë« wurde aus sechs Nominierten Romanen gewählt. In der Jurybegründung heißt es: »Jehona Kicaj findet leise, aber eindrucksvolle Worte für Sprachlosigkeit und Schweigen angesichts eines Krieges, der in Deutschland fast in Vergessenheit geraten ist. Sie erzählt von den Traumata der eigenen Familiengeschichte, von Flucht-, Kriegs- und Rassismuserfahrungen, mit denen sich die Protagonistin auseinandersetzt. Der Roman zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er sich auf jeder Ebene mit Sprache beschäftig, beginnend mit dem Einsatz von englischen und albanischen Passagen bis zum Leitmotiv des Zahns. Die präzisen Beschreibungen, die sowohl durch dokumentarisch-sachliche wie poetische Züge bestechen, machen den Schmerz und die Entwurzelung spürbar. Besonders eindrücklich vermittelt Kicaj dabei den Einfluss, den diese Erlebnisse nicht nur auf den Geist, sondern auch auf den Körper haben. Kicaj verflicht individuelle Erfahrung und kollektive Erinnerung zu Bildern, die persönliche wie gesellschaftliche Themen sicht- und fühlbar machen und den Lesenden lange im Gedächtnis bleiben. «Der Debütpreis des Buddenbrookhauses wurde im Jahr 2003 vom Lions Club Lübeck-Hanse gestiftet. Er wird im Abstand von zwei Jahren in Erinnerung an eines der erfolgreichsten Debüts der Weltliteratur, Thomas Manns Roman »Buddenbrooks«, verliehen und ist seit 2024/25 mit 5.000 € dotiert (zuvor mit 2.000 €). Bisherige Preisträger:innen sind Christof Hamann (2003), Juliane Hielscher (2005), Robert Seethaler (2007), Jan Christophersen (2009), Nino Haratischwili (2011), Carmen Stephan (2013), Verena Boos (2014/15), Simon Strauß (2016/17), Dana von Suffrin (2018/19), Yulia Marfutova (2020/21) und Behzad Karim Khani (2022/23).
Die Preisverleihung findet am 3. Februar 2026 im Audienzsaal des Buddenbrookhauses statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten.
