Wallstein Verlag



Von anderer Hand


Kollaborative Praktiken des Schreibens zwischen Autor und Lektor


Erster Leser, zweiter Autor - welche Rolle spielt der Lektor bei der Produktion von Literatur?


Schreiben braucht den Rückzug - so ein Topos, der seit der Antike das Schreiben zum Ort der Abgeschiedenheit macht. Ebenso unverzichtbar ist jedoch die Suche nach Resonanz. Diesem so prekären wie wichtigen Vorgang des Einbeziehens von unsichtbaren Mitarbeitern in den Produktionsprozess widmet sich Ines Barner und untersucht Praktiken der Zusammenarbeit von Autor und Lektor im 20. Jahrhundert. Welches Wissen und Können bringen Lektoren in die Entstehung von Literatur ein?
Die Verschiebung der Aufmerksamkeit vom singulären Autor auf den »unsichtbaren Zweiten« rückt die betrieblichen Bedingungen moderner Autorschaft in den Fokus. Literarisches Schreiben wird als eine relationale, kollaborative Praxis greifbar. Zugleich eröffnet der Blick auf das Lektorieren neue Perspektiven auf scheinbar bekannte Werke sowie auf die zugehörigen Schreibszenen und Autorenbilder.
Das Buch setzt sich zusammen aus vier Fallstudien, die auf größtenteils erstmals rekonstruiertem Quellenmaterial beruhen. Untersucht wird die Zusammenarbeit von Robert Walser und Christian Morgenstern, von Rainer M. Rilke und Fritz A. Hünich, von Peter Handke und Elisabeth Borchers sowie von Marcel Beyer und Christian Döring.
Ines Barner

Ines Barner ist Literaturwissenschaftlerin und arbeitet am Kulturwissenschaftlichen Institut, Essen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u. a. Geschichte, Theorie und Praxis des literarischen Lektorats; kollaborative Autorschaft; Literatur und Archiv; Publikationspraktiken ...

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