Wallstein Verlag


Im Räderwerk des »real existierenden Sozialismus«


Kirchen in Ostmittel- und Osteuropa von Stalin bis Gorbatschow

Herausgegeben von Hartmut Lehmann und Jens Holger Schjørring

Reihe: Bausteine zu einer Europäischen Religionsgeschichte im Zeitalter der Säkularisierung; Bd. 2


Nach der Errichtung der kommunistischen Herrschaft im östlichen Europa unterlagen die christlichen Kirchen und Gruppen starkem Druck. Sie galten als Vertreter einer durch den Kommunismus überwundenen Epoche und als potentielle Verbündete von Gegnern der neuen Parteiapparate.


Die Beiträge des vorliegenden Bands zeigen, wie unterschiedlich die Lage der christlichen Kirchen in den verschiedenen osteuropäischen Ländern in der langen Phase des »real existierenden Sozialismus« war, das heißt in den drei Jahrzehnten von Stalins Tod bis zur Perestrojka. Während sich die Russisch-Orthodoxe Kirche anpaßte, und während die Katholische Kirche Polens ein Element des Widerstandes war und blieb, unterlagen die Freikirchen der stärksten Verfolgung.

Inhalt:
Hartmut Lehmann und Jens Holger Schjørring: Zur Einführung: Religion in Osteuropa in der Phase des »real existierenden Sozialismus«, ca. 1953-1985.
Michail Shkarovskij: Die Russisch-Orthodoxe Kirche und antireligiöse Staatspolitik in der Sowjetunion (1943-1988).
Tibor Fabiny: The Hungarian Revolution of 1956 and Its Aftermath in the Lutheran Church. The Case of Bishop Lajos Ordass
Csaba Szabo: Die katholische Kirche Ungrans bis zum Prozeß gegen Jozsef Kardinal Mindszenty
Riho Altnurme: Die Beziehungen zwischen der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und dem Sowjetstaat nach 1953.
Araunas Streikus: Die katholische Kirche in Litauen 1953-1990.
Klaus Buchenau: Was ist nur falsch gelaufen? Kritische Überlegungen zum Kirche-Staat-Verhältnis im sozialistischen Jugoslawien.
Peter Svorc: Die evangelische Kirche Augsburger Bekenntnisses in der Slowakei und ihr Schicksal in der Tschechoslowakei nach 1953
Olgierd Kiec: Die Millenniumsfeierlichkeiten in Polen 1966 und die Rolle der Minderheitskirchen

zwischen Kommunismus und Katholizismus

Zur Reihe:
Um die Bedeutung von Religion im postaufklärerischen Europa zu erfassen und zu begreifen, werden in der neueren Forschungsliteratur drei Deutungsmuster angeboten: Zunächst, es handele sich um einen umfassenden, irreversiblen Prozeß der Säkularisierung. Dann: wir hätten es mit Transformationen des Religiösen, aber nicht eigentlich mit einer Abschwächung des Religiösen zu tun, wobei sich im Hinblick auf eine Einschätzung der »Politischen Religionen« des 20. Jahrhunderts von einer Rückkehr der Religionen auszugehen. All diesen Thesen liegen einerseits die Annahme starker Auswirkungen des europäischen Modernisierungsprozesses auf alle außereuropäischen Gesellschaften, andererseits das Postulat einer Sonderentwicklung

Europas gerade im Bereich des Religiösen zugrunde. Die neue Reihe versteht sich - in Form von Spezialstudien - als Beitrag zu einer europäischen Religionsgeschichte im Zeitalter der Säkularisierung.
Hartmut Lehmann

Hartmut Lehmann, geb. 1936, ist Honorarprofessor an den Universitäten Kiel und Göttingen und Direktor Emeritus am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen.

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