Mitte der 70er Jahre wird die Popmusik von einer Kältewelle erfasst, die ihren Höhepunkt um das Jahr 1980 erreicht. Bandnamen, Texte, Mode, Artwork und Sound kühlen ab, sodass von einer popkulturellen Eiszeit die Rede sein kann. Was hat es damit auf sich?
Im Zusammenspiel von politischen (Kalter Krieg), ökonomischen (Ölpreisschocks) und ökologischen (Ressourcenknappkeit) Krisen formiert sich im Laufe der 70er Jahre ein Lebensgefühl, das ähnlich dem gegenwärtigen zwischen Zukunftsangst und Hedonismus schwankt. Doch anders als heute, wo zur Empörung aufgerufen wird und sich die Gemüter in permanenter Erhitzung befinden, greift man um 1980 zur Coolness als einer Kulturtechnik der affektiven Distanzierung. »Cool« ist das Modewort der späten 70er und frühen 80er Jahre.
Ein derart kalter Zeitgeist artikuliert sich nicht zuletzt in der Populärkultur, insbesondere in der multimedial verfassten Pop-Musik. Anhand von internationalen Beispielen arbeitet Lars Schneider verschiedene Manifestationen dieser Kälte heraus: von emotionaler, über zwischenmenschliche bis hin zu sozialer und politischer Kälte; von apokalyptischer Kälte bis hin zur eiskalten Ironie. Darüber hinaus zeigt sein Essay, wie David Bowie und Joy Division, die Einstürzenden Neubauten, Kraft- werk und Ideal, aber auch die Punk-Band Geisterfahrer oder Icehouse es verstehen, der Kälte eine zukunftsweisende Ästhetik abzuringen: Die kalten synthetischen Sounds und minimalistischen Kompositionen sind Charakteristika einer Neuen Welle, die mit Macht aus dem musikalischen Untergrund in den Mainstream rauscht.
Im Zusammenspiel von politischen (Kalter Krieg), ökonomischen (Ölpreisschocks) und ökologischen (Ressourcenknappkeit) Krisen formiert sich im Laufe der 70er Jahre ein Lebensgefühl, das ähnlich dem gegenwärtigen zwischen Zukunftsangst und Hedonismus schwankt. Doch anders als heute, wo zur Empörung aufgerufen wird und sich die Gemüter in permanenter Erhitzung befinden, greift man um 1980 zur Coolness als einer Kulturtechnik der affektiven Distanzierung. »Cool« ist das Modewort der späten 70er und frühen 80er Jahre.
Ein derart kalter Zeitgeist artikuliert sich nicht zuletzt in der Populärkultur, insbesondere in der multimedial verfassten Pop-Musik. Anhand von internationalen Beispielen arbeitet Lars Schneider verschiedene Manifestationen dieser Kälte heraus: von emotionaler, über zwischenmenschliche bis hin zu sozialer und politischer Kälte; von apokalyptischer Kälte bis hin zur eiskalten Ironie. Darüber hinaus zeigt sein Essay, wie David Bowie und Joy Division, die Einstürzenden Neubauten, Kraft- werk und Ideal, aber auch die Punk-Band Geisterfahrer oder Icehouse es verstehen, der Kälte eine zukunftsweisende Ästhetik abzuringen: Die kalten synthetischen Sounds und minimalistischen Kompositionen sind Charakteristika einer Neuen Welle, die mit Macht aus dem musikalischen Untergrund in den Mainstream rauscht.
Lars Schneider
Lars Schneider ist Musiker und lehrt Romanische Philologie an der LMU München. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen die Medialität von Literatur und Film, Kulturwissenschaft, Poetiken der Moderne, Stadt/Architektur in Literatur und Film sowie Neue Medien. …
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