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Schreiben in und über Nordafrika


Fluchtwege und Lebensmodelle zivilisationsmüder Europäer


Europa verlassen … Nordafrika als Wahlheimat – wie fühlt sich das an? Reisende, Zivilisationsflüchtlinge, Häftlinge und Fremdenlegionäre geben in ihren Schriften Auskunft.

Nicht der zentristische europäische Blick auf Afrika steht hier im Zentrum, sondern die Frage, wie gelebte Erfahrungen reisender und schreibender Europäer, die auch als Expats in Nordafrika lebten, den Blick auf Europa verändert haben. Was suchten Engländer und Franzosen in der Sahara? Was brachten sie nach langer Zeit von dort zurück? Wie erlebt der Kriegsgefangene in der Wüste seine Erinnerungen an Europa? Was treibt den deutschen Filmemacher zur Projektarbeit in arabischen Schulen? Ist »Fremdverstehen« überhaupt möglich oder schreiben sich negative wie positive Stereotypisierungen über lange Zeiträume autoreferentiell weiter? Der transkulturelle Blick setzt voraus, dass man sich in der Fremde der Heimat entledigt und dadurch einen neuen Zugang zu sich selbst findet.
Anhand fiktionaler wie autofiktionaler Prosa des 20. und 21. Jahrhunderts wird deutlich, inwieweit das Schreiben in der Fremde als Ausdruck einer erfolgreichen Beheimatung gelten kann. Der komparatistische, postkoloniale Ansatz des Buches mit Quellen verschiedener Herkunftssprachen legt Begriffe wie „Fremdheit“ oder „Differenz“ als interkulturelle Phänomene offen, die sich wechselseitig beeinflussen. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen politischen Zerstrittenheit Europas erhält das Buch aktuelle Brisanz.
Ute Seiderer

Ute Seiderer, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, unterrichtet am Sprachenzentrum der BTU Cottbus-Senftenberg und an der IU Berlin. Sie forschte und lehrte an der TU Dresden, HU Berlin, Universität Potsdam und an der Université de la Manouba in Tunis. …

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