Lesen und Schreiben im Verborgenen
Jonas Fränkels Kryptophilologie
Herausgegeben von Irmgard M. Wirtz, Malte Spitz, Andreas B. KilcherReihe: Zukünfte der Philologien; Bd. 3
Der Tagungsband präsentiert erstmals Erkenntnisse und Funde aus Jonas Fränkels Nachlass.
Unter dem Aspekt des »Kryptischen« untersuchen die Beiträger:innen des Bandes die Arbeit des jüdischen Philologen Jonas Fränkel, der zugleich ein Krypto-Archiv des Nobelpreisträgers Carl Spittelers anlegte und führte. Ein Krypto-Archiv ist im Archivwesen der „terminus technicus“ für (verborgene) Archivbestände in Fremdnachlässen und wird auf Fränkels Philologie allgemein ausgeweitet. Diese kann als »kryptisch« gelten, da ihr in den philologischen Prinzipien und Methoden ein transtextuelles Verständnis verborgener biographischer wie werkästhetischer Textbezüge zugrundeliegt. Des Weiteren finden sich in Fränkels Bibliothek Einlagen (wie Briefe) und Lesespuren, die sie zu einem Repositorium zweiter Ordnung machen. Der Begriff des Kryptischen hat darüber hinaus eine politische Dimension, da -Fränkel sich aus zeithistorischen Gründen am Rande der offiziellen Fachdisziplin bewegen musste. Seine Arbeit fand oftmals im Verborgenen statt, weshalb er auch von einer »unterirdischen Wissenschaft« sprach.
Unter dem Aspekt des »Kryptischen« untersuchen die Beiträger:innen des Bandes die Arbeit des jüdischen Philologen Jonas Fränkel, der zugleich ein Krypto-Archiv des Nobelpreisträgers Carl Spittelers anlegte und führte. Ein Krypto-Archiv ist im Archivwesen der „terminus technicus“ für (verborgene) Archivbestände in Fremdnachlässen und wird auf Fränkels Philologie allgemein ausgeweitet. Diese kann als »kryptisch« gelten, da ihr in den philologischen Prinzipien und Methoden ein transtextuelles Verständnis verborgener biographischer wie werkästhetischer Textbezüge zugrundeliegt. Des Weiteren finden sich in Fränkels Bibliothek Einlagen (wie Briefe) und Lesespuren, die sie zu einem Repositorium zweiter Ordnung machen. Der Begriff des Kryptischen hat darüber hinaus eine politische Dimension, da -Fränkel sich aus zeithistorischen Gründen am Rande der offiziellen Fachdisziplin bewegen musste. Seine Arbeit fand oftmals im Verborgenen statt, weshalb er auch von einer »unterirdischen Wissenschaft« sprach.
Andreas B. Kilcher
Irmgard M. Wirtz
Malte Spitz
Andreas B. Kilcher ist Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft an der ETH Zürich und im Direktorium des Zentrums für Geschichte des Wissens der ETH und der Universität Zürich. Er hatte Gastprofessuren u.a. in Jerusalem, Princeton, Stanford, UC …
mehrIrmgard M. Wirtz
Irmgard M. Wirtz, Leiterin des Schweizerischen Literaturarchiv (SLA) (2006–2025), Privatdozentin am Institut für Germanistik und am Walter Benjamin Kolleg der Universität Bern.
mehrMalte Spitz
Malte Spitz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Postdoktorand) am Walter Benjamin Kolleg der Universität Bern.
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