Zum Hauptinhalt springen Zur Navigation springen Zur Fußzeile springen

Schnee


Eine Globalgeschichte Literarischer Meteorologie


Von der Schneeflocke zur Kryosphäre zeichnet die Studie nach, wie sich meteorologisches Wissen im Wechselspiel von Literatur und Naturkunde seit der Kleinen Eiszeit bis zum Klimawandel formiert.

Urs Büttner erzählt die Geschichte der Wetterkunde neu, indem er ihre Entwicklung in wechselnden Konjunk-tionen von Literatur und Naturforschung nachzeichnet. Anfangs standen beide in regem Austausch, um die Regelhaftigkeit der Witterung zu verstehen. Seit dem 19. Jahrhundert institutionalisiert, blieb die Meteorologie als Wetterbericht, Klimakur und mit Plänen zur Klimamanipulation Teil öffentlicher Debatten. Die Literatur reflektierte Voraussetzungen, Verfahren, Grenzen und Gefahren wissenschaftlicher Wettererkenntnis. Mitte des 20. Jahrhunderts knüpfte sich an diese Kritik der Anspruch eigenrechtlicher ästhetischer Erkenntnis des Wetters. Exemplarisch untersucht die Studie diese Konjunktionen am Schnee. Als Globalgeschichte zeigt sie, wie Schnee von der Kleinen Eiszeit bis zum Klimawandel in immer größeren Raum- und Zeitmaßstäben erfasst, gedeutet und dargestellt wurde, und wie Beobachtung und Messung, Statistik und Modelle sowie Verfahren der Abstraktion und Veranschaulichung das Verständnis von Schnee verändert haben. Mit Analysen von Brockes, Humboldt, Raabe, Thomas Mann, Heidegger, Jünger, Grünbein, Poschmann u. a. richtet sich die Studie an Literatur-, Kultur- und Umweltwissenschaftler:innen sowie an alle, die die Klimadebatten des Anthropozäns historisch einordnen wollen.
Urs Büttner

Urs Büttner, geb. 1980, lehrt als Privatdozent und wiss. Mitarbeiter an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf; zuvor nahm er ein Feodor Lynen Stipendium an der University of Oxford und ein Research Fellowship am Institute of Advanced Studies der Durham …

mehr