Bernhard Gelderblom unter Mitarbeit von Mario Keller-Holte
Die NS-Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg 1933-1937
Aufmarsch der Volksgemeinschaft und Massenpropaganda
Am Bückeberg versammelten sich viel mehr Menschen als auf den NS-Reichsparteitagen in Nürnberg – und doch wurde er später lange nicht als Ort der NS-Propaganda wahrgenommen.
Die »Reichserntedankfeste« sollten das Erlebnis einer lebendigen, dem »Führer« treu ergebenen »Volksgemeinschaft« vermitteln. Sie richteten sich dem Anschein nach an die Landbevölkerung, tatsächlich kamen jedoch mehrheitlich Stadtmenschen, insbesondere Frauen. Als vermeintlich unpolitische Feiern wurden sie von der Forschung lange vernachlässigt. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass die Veranstaltungen die Teilnehmer:innen auf den Krieg einstimmen sollten und auch Menschen ausgrenzten. Mithilfe von etwa 200 Abbildungen untersuchen die Autoren die bewusst inszenierte Ästhetik von Marschkolonnen, Fahnenwäldern, Menschenmassen und Kampfgeschehen. Eine Besonderheit stellen die Erlebnisberichte ehemaliger Teilnehmer:innen dar, die sie in ihrer Analyse auswerten. Schließlich wird deutlich, wie langwierig und herausfordernd der Umgang mit der NS-Geschichte des Bückebergs war, bevor er 2021 zum Dokumentations- und Lernort wurde.
Die »Reichserntedankfeste« sollten das Erlebnis einer lebendigen, dem »Führer« treu ergebenen »Volksgemeinschaft« vermitteln. Sie richteten sich dem Anschein nach an die Landbevölkerung, tatsächlich kamen jedoch mehrheitlich Stadtmenschen, insbesondere Frauen. Als vermeintlich unpolitische Feiern wurden sie von der Forschung lange vernachlässigt. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass die Veranstaltungen die Teilnehmer:innen auf den Krieg einstimmen sollten und auch Menschen ausgrenzten. Mithilfe von etwa 200 Abbildungen untersuchen die Autoren die bewusst inszenierte Ästhetik von Marschkolonnen, Fahnenwäldern, Menschenmassen und Kampfgeschehen. Eine Besonderheit stellen die Erlebnisberichte ehemaliger Teilnehmer:innen dar, die sie in ihrer Analyse auswerten. Schließlich wird deutlich, wie langwierig und herausfordernd der Umgang mit der NS-Geschichte des Bückebergs war, bevor er 2021 zum Dokumentations- und Lernort wurde.
Bernhard Gelderblom
Mario Keller-Holte
Bernhard Gelderblom, geb. 1943, studierte evangelische Theologie, Politik und Geschichte und war Lehrer an einem Gymnasium in Hameln. Er widmet sich seit vielen Jahrzehnten der Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte in Hameln und der Region.
mehrMario Keller-Holte
Mario Keller-Holte, geb. 1953, studierte Geschichte und Germanistik und promovierte im Fach Germanistik. Er engagiert sich in der erinnerungskulturellen Arbeit Hamelns und der Region.
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