Ich werde daraus eine Sonne weben
Gedichte. Mit einem Briefwechsel zwischen Osamah Aldhari und Joachim Sartorius
Hg. und mit einem Vorwort von Joachim Sartorius. Aus dem Arabischen übersetzt von Mustafa Al-Slaiman, Günther Orth, Jessica Siepelmeyer, Suleman Taufiq und Kerstin WilschTraurige Gedichte sind es, starke Gedichte sind es, in denen Aldhari die Geschehnisse ins Poetische überträgt. Obwohl die Hoffnung auf politische Veränderung in einer Katastrophe endete, blitzen in ihnen Ironie auf, ein schöner Sarkasmus und bei allem Ernst auch Humor. Mit neugierigem und fragendem Blick sinnt der Dichter seinem Leben im Exil nach und verliert dabei nicht die Bodenhaftung, verliert sich nicht in Rhetorik, sondern spricht uns Leserinnen und Leser direkt an.
Erschöpfung
Ich bin nicht so stark,
um mit jemandem zu kämpfen.
Einem Passanten kann ich kaum winken,
kann kaum den Abstand richten zwischen Krieg und Exil.
Ich bin nicht neutral.
Schlage Beleidigungen und Schmerzen in den Wind,
spüre die Blutfäden und stecke sie in die Tasche
und sage mit leiser Stimme: Ich werde daraus eine Sonne weben.
Die Nacht lacht.
Osamah Aldhari, 1983 in Jemen geboren, engagierte sich schon früh im jemenitischen Schriftstellerverband und war Gründungsmitglied des »Bayt ash-Shi’r al-Yamani« (Haus der jemenitischen Dichtung). 2007 erschien eine Sammlung seiner Gedichte unter dem …
mehrJoachim Sartorius
Joachim Sartorius, geboren 1946, lebt in Berlin und Syrakus. Er ist Lyriker und Übersetzer amerikanischer Dichtung, insbesondere von John Ashbery und Wallace Stevens. Er veröffentlichte zehn Gedichtbände, zuletzt »Die besseren Nächte«, Reiseerzählungen. …
mehrKerstin Wilsch
Kerstin Wilsch ist promovierte Übersetzerin und Dolmetscherin für Arabisch und Englisch, hat einen Abschluss in DaF und ist in ihrer Freizeit seit vielen Jahren als Übersetzerin und Übersetzungslektorin für arabische Literatur tätig. Sie lebt seit langem …
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