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Das bestellte Urteil


Der Strafprozess gegen Carl Ludwig Sand wegen Mordes 1819/20


Ein Blick in die Werkstatt der Macht: Die Originalakten zum »Fall Sand« zeigen, wie ein politisch erwartetes Urteil Gestalt annahm – und wie ein einzelner Prozess zur Metapher für Macht, Kontrolle und die Zerbrechlichkeit des Rechts wird.

Als Carl Ludwig Sand 1819 den Schriftsteller August von Kotzebue tötete, geriet Europa in Unruhe. Neben dem öffentlichen Aufruhr begann ein stillerer Prozess: jenes Ringen um Wahrheit und Ordnung, das sich in Untersuchungen und Gerichtssälen vollzieht, in Akten niederschlägt und in politischen Erwartungshorizonten verfestigt. Dieses Buch folgt jenen Spuren.
Auf Grundlage der erstmals ausgewerteten Originalprozessakten entfaltet Karen Schobloch ein neues, dichtes Bild jenes Verfahrens, das weniger der Klärung eines Mordes diente als der Stabilisierung einer verunsicherten Ordnung. Schritt für Schritt wird sichtbar, unter welchem politischen Druck Untersuchung und Urteilsvorbereitung standen und wie sich das Urteil abzeichnete, bevor es gefällt wurde.
Adressiert werden Leserinnen und Leser, die einen solchen Prozess nicht nur verstehen, sondern erleben möchten, die sprachliche Genauigkeit schätzen und zugleich die erzählerische Kraft historischer Rekonstruktion suchen. Neuartig ist die erstmalige vollständige Erschließung der Prozessakten und die Art und Weise, wie juristische Analyse und historische Darstellung ineinandergreifen. So entsteht ein fesselndes Panorama des Vormärz, in dem ein einzelner Prozess eine ganze Epoche erhellt.
Karen Schobloch

Karen Schobloch, geb. 1965, ist promovierte Juristin und Absolventin des Masterstudiengangs »Applied History« der Universität Zürich. Seit vielen Jahren arbeitet sie als Rechtsanwältin und Strafverteidigerin und gewinnt dabei täglich Einblicke in das …

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