Wallstein Verlag



»Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne«


Tagebücher 1939-1945

Herausgegeben von Sascha Feuchert, Robert Martin Scott Kellner, Erwin Leibfried, Jörg Riecke und Markus Roth


Ein ganz normaler Deutscher als Chronist seiner Zeit: vom Widerstand eines Einzelnen und der Propagandagläubigkeit der Masse.


Der Laubacher Justizinspektor Friedrich Kellner wollte der Nachwelt ein Zeugnis ablegen von der gedankenlosen Unterwürfigkeit seiner Zeitgenossen und den hohlen nationalsozialistischen Propagandaphrasen. Von 1939 bis 1945 schrieb er beinahe täglich seine Kritik am NS-Regime nieder und dokumentierte die vielen kleinen und großen Verbrechen der NS-Diktatur.
Diese Tagebücher zeigen, dass jeder in der Lage gewesen wäre, die nationalsozialistische Rhetorik zu entlarven und von den Gräueltaten des »Dritten Reiches« zu wissen.
Kellners akribische Analyse der Tagespresse, die zusammen mit zahlreichen eingeklebten Zeitungsausschnitten einen Großteil der Tagebücher einnimmt, macht diesen Text zu einer einzigartigen Quelle, die eine neue Sicht auf den Alltag im »Dritten Reich« ermöglicht. Darin unterzieht er die gleichgeschalteten Meldungen einer schonungslosen Kritik und verdeutlicht, wie offensichtlich die Lügen der NS-Presse waren. In der Verbindung von Zeitungsausschnitt und Kommentar findet Friedrich Kellner eine Methode, die seine Tagebücher neben die Aufzeichnungen Victor Klemperers stellt.

»Ich konnte die Nazis damals nicht in der Gegenwart bekämpfen. Also entschloss ich mich, sie in der Zukunft zu bekämpfen. Ich wollte kommenden Generationen eine Waffe gegen jedes Wiederaufleben solchen Unrechts geben.«
Leseprobe »Kellner Tagebücher«

Friedrich Kellner

Friedrich Kellner (1885-1970) war bereits früh ein entschiedener Gegner der Nationalsozialisten. 1933 wurde er Geschäftsstellenleiter des Amtsgerichts in Laubach (Oberhessen) und setzte dort seine offene Kritik am Regime fort. Mehrfach wurde er bedroht ...

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Sascha Feuchert

Sascha Feuchert, geb. 1971, ist Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und Professor für Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur und ihre Didaktik an der Universität Gießen.

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Erwin Leibfried

Erwin Leibfried ist Professor für Allgemeine Literaturwissenschaft i.R. an der Justus-Liebig-Universität Gießen und war langjähriger Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur.

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Markus Roth

Markus Roth, geb. 1972, ist Historiker und stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Universität Gießen. Veröffentlichungen u. a.: Konrad Heiden: Eine Nacht im November 1938. Ein zeitgenössischer Bericht (Mithg., 2013); Andrea ...

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Pressestimmen


HolocaustZeugnisLiteratur

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In diesen albtraumhaften Tagen
Józef Zelkowicz

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Fundstücke

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Fundstücke

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Eine Nacht im November 1938
Konrad Heiden

€19,90

»Pressköter und Tintenstrolche!«

€16,50

Juden in Krakau unter deutscher Besatzung 1939 - 1945
Andrea Löw und Markus Roth

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Herrenmenschen
Markus Roth

€39,00

Die Chronik des Gettos Lodz / Litzmannstadt

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