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Sabine Peters

Nimmersatt

Nimmersatt

€ 17,00 (D)
€ 17,50 (A)
CHF 24,90
alle Preise inkl. MwSt,
zzgl. Versandkosten
erschienen 2000, lieferbar
128 Seiten
Einband: gebunden, Schutzumschlag
Format: 12 x 19,5 cm
ISBN: 978-3-89244-406-0
Auch erhältlich als E-Book im PDF-Format
KurztextPressestimmenBiographieLeseprobe
»Tatsächlich durchzieht das ganze Buch ein ungemein präziser Beobachtungsfuror, der jedoch mindestens ebensosehr der Sprache gilt wie den Realien der Außenwelt. (...) Alle Figuren von »Nimmersatt« reflektieren ihr Lebensprogramm oder das Fehlen eines solchen, und naturgemäß wird dabei heftig abgerechnet - mit kulturbeflissenen Vätern und erdrückenden Übermüttern, mit falschen Freunden und fiesen Chefs. Der besondere Reiz von »Nimmersatt« liegt nicht zuletzt im Wechsel der Geschlechter: 16 der Kapitel werden von Frauen erzählt, 16 von Männern. Aus der alternierrenden Anordnung ergeben sich wie in einem Kaleidoskop immer wieder neue Brüche von Frauensprache und Männersprache, und natürlich ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. (...)
Im schnellen Wechsel des Personals verblüfft die Erkenntnis auf halber Strecke von »Nimmersatt« um so mehr, keine bloße Sammlung von Kurzprosa zu lesen, sondern einen fein ausgeklügelten Roman. (...)
Eingeleitet von einem meist nur wenige Zeilen langen Vortext, der knapp die Sprechsituation skizziert, lassen die höchst individuellen, teils hochreflektierten, teils wie mitstenographierte Gedankenprotokolle wirkenden inneren Monologe von »Nimmersatt« nach und nach Lebensmuster erkennen, höchst aussagefähige patterns der Biographie. Die Stimmenimitatorin Sabine Peters hat die ihr gemäße Romanform gefunden.«
(Dennis Scheck, Frankfurter Rundschau)

»32 Menschen sind auf je zwei, maximal drei Seiten in ihrem Lebensentwurf, ihren Hoffnungen und Enttäuschungen zu besichtigen. Mal ist diese Strecke zu kurz, um wirklich für die Figur Interesse zu entwickeln, mal entstehen erstaunlich poetische Epigramme. Das gilt vor allem für »Erinnerung« und »Da capo«, die erste und die letzte Episode. Sie runden den nach Arthur Schnitzlers Vorbild angelegten Reigen harmonisch ab und entfalten eine ganz eigene Musikalität.«
(Katrin Hillgruber, Süddeutsche Zeitung)

»Sabine Peters hat ein eigenwilliges Buch mit politisch moralischem Anspruch geschrieben. Es stellt Fragen, es stellt auch in Frage, nach Antworten muß der Leser selber suchen. Schon im ersten Roman »Der Stachel am Kopf« von 1990, der der in Ostfriesland lebenden Autorin, Jahrgang 61, beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt den Ernst-Willner-Preis eintrug, hat sie ihr experimentelles Verfahren der literarischen Momentaufnahmen aus den Bewußseinsabgründen ihrer Personen entwickelt. Was aus den geöffnten Gehirnschalen nach außen dringt, spricht für sich selbst und bedarf keiner Kommentierung. (...)
Und wie alle Bücher Geisslers ist auch Sabine Peters¹ Prosa »Nimmersatt« ein Versuch der Selbstklärung, Ausdruck eines existentiellen Schreibens, das sich ernsthaft auf die Suche macht. Das mag zwar nicht gerade modern sein, trägt mitunter aber weiter.«
(Wend Kässens, NDR Radio 3)

»Im inneren Monolog entwickelt die Autorin Gedankenströme und Imaginationen, die erschütternd und komisch zugleich in oft krassem Widerspruch zur Realität stehen. Einerseits zeigt sie, welche Macht Einbildung und borniert enge Weltsicht über den Menschen haben, wie der eigene Kopf zum Gefängnis werden kann, andererseits gestaltet sie Figuren, die sich plötzlich trotzdem aus dem Trott bringen lassen, den Blick öffnen und wieder neugierig werden.«
(Saarländischer Rundfunk)

»Durch die illusionslose, keinerlei Aura erlaubende Nähe zu Sprache und Gedanken ihrer Figuren gelingt es Sabine Peters, gerade das, was dem dubiosen Fetisch namens Authentizität doch eigentlich denkbar nahe kommen sollte, als gekünstelte Selbsttäuschung zu markieren.
(...) am besten ist sie, wo sie es schafft, die Plattheiten im Bewusstsein der Figuren abzubilden, ohne Plattheiten zu schreiben. Das ist gewiss nicht einfach, gelingt in »Nimmersatt« aber über weite Strecken.«
(Friedhelm Rathjen, Basler Zeitung)

»Kurze Auftritte beleuchten Momentaufmahmen aus dem unspektakulären Dasein repräsentativer Zeitgenossen. Nach einer Situationsskizze von wenigen Zeilen überlässt die Autorin uns den inneren Monologen ihrer unscheinbaren Helden. Dass die ihr Wesen und dessen Tragik entlarven, liegt nicht nur am Inhalt ihrer Konfessionen, sondern auch daran, dass jede Figur in der Geschichte der Vorhergehenden als Objekt auftrat.
So entsteht ein Soziogramm, ein symptomatisches Panorama deutschen Alltagslebens der Jahrtausendwende.«
(Thomas Schaefer, Der Tagesspiegel)

»Im Zentrum dieser lose zusammenhängenden, nach dem gleichen Muster aufgebauten Texte steht jeweils eine Figur. Die äußeren Lebensumstände, eine in realistischer Weise erzählbare Wirklichkeit, bilden stets Ausgangspunkte. Das eigentliche Interesse der 1961 geborenen Autorin richtet sich auf die Gedankenströme und inneren Wahrheiten. Die inneren und äußeren Welten klaffen dabei auf oftmals groteske Weise auseinander.«
(Detlef Grumbach, Berliner Zeitung)

»Die Erzählungen von Sabine Peters, deren Episode »Nimmersatt« ihrem Buch den Namen gegeben hat, greifen wie Arthur Schnitzlers »Reigen«-Szenen ineinander. Und weil jeder Mensch mindestens einen kennt, der ganz anders ist als er selbst, bekommt Sabine PetersŒ eigener »Reigen« etwas Umfassendes. In einem Rahmen, der eng genug ist: Hier und heute leben ihre Menschen, der nimmersatte Werbefuzzi Jan, das Kleinkind Anton, die kinderlose Ulla, der alte Vater Heinrich, die freigekämpfte Lesbe Jutta.
Jede Figur hält einen inneren Monolog, der sie in Beziehung setzt zu den anderen, zur Welt, zur Zeit. Sabine Peters fühlt sich lebhaft in ihre Personen ein, scheint vieles zu kennen und etliches zu begreifen. (...)
Für »schnell mal zwischendurch« ist dieses Buch nichts. Aber wer Zeit mitbringt, einige Episoden hintereinander zu lesen, bekommt einen möglichen und deshalb reizvollen Blick hinter die Kulissen menschlicher Gesichter.«
(Julia Wahren, Göttinger Tageblatt)

»Kennen wir sie nicht? Die erfolgreiche Ärztin, die über das tobende Kind der Nachbarin räsonniert, als handele es sich um einen zu vernichtenden Virus. Den Jugendlichen mit seinem Aufbegehren gegen die Behäbigkeit der Älteren? Kennen wir das nicht? Wenn man sich den ganzen Tag zusammengerissen hat, obwohl schon morgens Tränen hätten fließen können, und ann passiert etwas Klitzekleines und die Fassung ist hin, aber gründlich.
Wir fühlen uns mit den 32 Personen vertaut, die Sabine Peters in ihrem eben erschienenen Buch »Nimmersatt« versammelt. (...) Beim Lesen kommt die persönliche Sprachmelodie zum Schwingen, die Sabine Peters jeder Person auf den Leib geschrieben hat.«
(Gabriele Boschbach, Ostfriesen-Zeitung)

»Nimmersatt besticht durch eine Satzmelodie, durch einen Rhythmus, der den Leser sofort mit sich reißt. Fast ist es wie beim Achterbahnfahren, wenn der Wagen langsam anrollt und dann schneller und schneller wird, bis man das Gefühl hat, keine Luft mehr zu bekommen. Glücklicherweise sind die einzelnen Episoden nicht länger als drei Seiten, so dass man dem Erstickungstod gerade eben noch entgehen kann.
Es ist einfach ein Vergnügen dieses Buch von Sabine Peters zu lesen, die sich darin als Sprachakrobatin par excellence erweist. Wer dennoch keine Lust hat, das Ganze zu lesen, kann es sich auch anhören. In Zusammenarbeit mit dem DeutschlandRadio Berlin hat der Wallstein-Verlag eine CD herausgebracht, auf der Sabine Peters und Dirk Witthuhn aus »Nimmersatt« lesen.«
(Genau! Die große Veranstaltungszeitung Ostfrieslands)

»Mit einer exakt lotenden Sprache bindet die Autorin ihre Beobachtungslust und ihre beeindruckende Empfindungskraft in ein Netz haltbarer Poesie, die jedem auftrumpfenden Realismus ein Schnippchen schlägt. Ein großer Lesegenuss - und ein Wahrheitsgewinn sowieso.«
(Johann P. Tammen, Nordsee-Zeitung)

»»Nimmersatt« ist ein unzeitgemäßes Buch. Gegen die modischen coolen Geschichten, die wir heute lesen und morgen schon vergessen haben, setzt Peters kunstvolle Prosa, die nachwirkt. Dies heute zu lesen verblüfft.«
(Frank Lingnau, Am Erker, Zeitschrift zur Literatur)

»Dabei erweist sich Sabine Peters als meisterliche Bauchrednerin. Rollenprosa nennt man gemeinhin die Art, wie sie ihre Figuren vorführt, ihnen Stimme und Duktus verleiht, ihren Jargon imitiert, die Rede hemmt oder beschleunigt (...).«
(Ulrike Baureithel, Freitag (Literatur extra))

»Sie, das sind Familienväter, Ehefrauen, Geliebte, Kinder, die zwar zueinander in mannigfaltigen Beziehungen stehen, ihre Konflikte aber einsam ausleben und (inner)monologisch verbalisieren. Um dem Leser die Orientierung zu erleichtern, stellt Peters an den Anfang jeder Episode eine kurze Zusammenfassung dessen, was objektiv und nachprüfbar geschehen ist. Dann folgt die Kommentierung bzw. eigentliche Aufarbeitung des Geschehens durch das Ich der Protagonisten. Die Autorin beweist in diesem Verfahren überdurchschnittliche Meisterschaft: Treffsichere Beschreibung erspart psychologisierende Analyse. Dünnes Buch, gŒscheites Buch, lesenswertes Buch.«
(Wolfgang Gauglhofer, Bücherschau)

»Die Jury des Heidelberger Clemens-Brentano-Preises zeigte sich dagegen begeistert von dem »Facettenreichtum an Sprechstimmen«, der in diesen erzählerischen Miniaturen entfaltet wird. Sabine Peters, die gestern den Brentano-Preis der Stadt Heidelberg erhalten hat, wird vor allem für ihr artifizielles Erzählverfahren ausgezeichnet (...).
Es macht den enormen Reiz dieser Prosa aus, dass sich Sabine Peters ganz der Innenperspektive und den aufkeimenden Wunschphantasien ihrer Figuren anvertraut, ohne sie mit allwissender Erzählergeste zu kommentieren.«
(Michael Braun, Basler Zeitung)

»Peters Buch ist eine bewegende Momentaufnahme. Treffender hätte man die Gesellschaft des 20. Jahrhunderts nicht einfangen können.«
(Judith Lechner, Online-Besprechung literaturkritik.de)
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