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Der Verlag

Der Wallstein Verlag wurde 1986 von Thedel v. Wallmoden gemeinsam mit Dirk und Frank Steinhoff gegründet. Nach ersten Erfolgen durch den Einsatz von innovativer Computertechnologie startete Wallstein sein Buchprogramm mit dem Titel »Mein scharmantes Geldmännchen«, dem Briefwechsel zwischen Gottfried August Bürger und seinem Verleger Johann Christian Dieterich.

Nachdem 1992 die Brüder Steinhoff den Verlag verlassen hatten, trat Markus Ciupke als Gesellschafter in die GmbH ein. 2004 übernahm Thorsten Ahrend weitere Geschäftsanteile und ist seitdem für das belletristische Programm im Wallstein Verlag verantwortlich. Zur Zeit beschäftigt der Verlag 22 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ca. 150 Neuerscheinungen pro Jahr begleiten.

Von herausragender Bedeutung für die Entwicklung des Verlags war der Erfolg von Ruth Klügers Buch »weiter leben - Eine Jugend« (1992). Seit Erscheinen wurde es allein in Deutschland fast 300.000 mal (inklusive Lizenzausgaben) verkauft und in zehn Sprachen übersetzt.

Weitere große Erfolge in der Literaturkritik und im Buchhandel waren u.a. die Romane »Hundert Tage« von Lukas Bärfuss und »Engel des Vergessens« von Maja Haderlap, ebenso die Tagebücher von Friedrich Kellner »Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne«. Gregor Sander erhielt für »Winterfisch« den Preis der LiteraTour Nord 2012. Die Romane »SUNRISE. Das Buch Joseph« von Patrick Roth und »Bugatti taucht auf« von Dea Loher waren für den Deutschen Buchpreis 2012 nominiert. Teresa Präauer wurde für ihren Roman »Für den Herrscher aus Übersee« mit dem aspekte-Literaturpreis 2012 für das beste deutschsprachige Prosadebüt des Jahres ausgezeichnet. 


Das Programm

Die Schwerpunkte des Verlags liegen auf den Bereichen Geschichte, Literaturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte und Kulturwissenschaften. Nachdem anfänglich der thematische Fokus noch vorwiegend auf der Literatur- und Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts lag, hat sich der Verlag inzwischen mit Veröffentlichungen aus einem breiten wissenschaftlichen Spektrum einen Namen gemacht.

Zu den etablierten Programmsparten zählen heute neben der Literaturwissenschaft die Zeitgeschichte, die Erforschung des Nationalsozialismus mit besonderem Augenmerk auf dem Völkermord an den europäischen Juden und der Geschichte des Antisemitismus. Die Erforschung der Geschichte der frühen Bundesrepublik sowie die Wissenschaftsgeschichte bilden weitere Programmschwerpunkte.

Seit Verlagsgründung wurde bei Wallstein eine Vielzahl von kommentierten Editionen älterer Texte der deutschen Literatur publiziert, u.a. Werkausgaben von Barthold Heinrich Brockes, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Johann Heinrich Merck, Adolph Freiherrn Knigge, Friedrich Rückert und Rahel Varnhagen.

Darüber hinaus sind viele bedeutende Editionen von Texten aus dem 20. Jahrhundert im Wallstein Verlag erschienen, darunter Werkausgaben von Peter Altenberg, Hugo Ball, Armin T. Wegner, Gertrud Kolmar, Joseph Breitbach, Ernst Meister, Nicolas Born und Hans Wollschläger sowie Nachlasspublikationen von Carl Zuckmayer (»Geheimreport«) oder Briefeditionen von Karl Kraus, Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn, Claire und Yvan Goll, Joseph Roth und Golo Mann.

In der von Heinz Ludwig Arnold † gegründeten Reihe der »Göttinger Sudelblätter« hat auch die zeitgenössische Essayistik schon lange einen Platz im Wallstein-Programm – mit Texten von H. G. Adler, Ulrike Draesner, Friedrich Dürrenmatt, Helmut Heißenbüttel, Daniel Kehlmann, Navid Kermani, Herta Müller, Peter Rühmkorf, Hans-Joachim Schädlich, Albrecht Schöne, u.v.a.

Seit dem Eintritt von Thorsten Ahrend in den Verlag wird das belletristische Programm von Wallstein ständig durch zeitgenössische Autoren erweitert: Bücher von Jörg Albrecht, Lukas Bärfuss, Steven Bloom, Daniela Danz, Ralph Dutli, Adolf Endler, Dorothea Grünzweig, Maja Haderlap, Harald Hartung, Manfred Peter Hein, Gabriele Kögl, Ulrike Kolb, Günter Kunert, Dea Loher, Sabine Peters, Hermann Peter Piwitt, Teresa Präauer, Patrick Roth, Hendrik Rost, Gregor Sander, Lucette ter Borg, Kai Weyand, und Matthias Zschokke setzen deutliche Akzente auf die Gegenwartsliteratur.

Für alle Bücher aus Wissenschaft und Belletristik gilt, dass der Wallstein Verlag anspruchsvolle Bücher auch ansprechend gestaltet und sie sorgfältig drucken und verarbeiten lässt. Es ist erklärtes Ziel des Verlags, durch eine attraktive Preisgestaltung nicht nur Bibliotheken, sondern besonders auch interessierte Leser als Käufer anzusprechen.


Preise

Der Wallstein Verlag wurde 1996 mit dem erstmals vergebenen Niedersächsischen Verlagspreis ausgezeichnet. 2002 erhielt er eine regionale Auszeichnung als besonders familienfreundlicher Betrieb. Im März 2013 wurde dem Wallstein Verlag der Kurt-Wolff-Preis verliehen. »Der Kurt-Wolff-Preis 2013 geht an den Wallstein Verlag, der seit gut einem Vierteljahrhundert in sorgfältigen und gestalterisch anspruchsvollen Editionen die deutsche Literatur seit dem 18. Jahrhundert mit der Zeit- und Wissenschaftsgeschichte verknüpft und zugleich der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur eine herausgehobene Plattform bietet.« (Pressemitteilung Kurt-Wolff-Stiftung)

Andere Aktivitäten
Der Verlag unterstützt aus seinen Gewinnen jährlich ein soziales Projekt wie etwa die »Göttinger Tafel« oder ein Behindertenheim in Rumänien. Außerdem ist er Zustifter der Kurt-Wolff-Stiftung, die im November 2000 von unabhängigen Verlegern und dem damaligen Kulturstaatsminister Dr. Michael Naumann gegründet wurde und sich die Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene zum Ziel gesetzt hat.


Kooperationspartner und Institutionen

Wallstein arbeitet im Auftrag von namhaften Institutionen und erstellt in enger Zusammenarbeit wichtige wissenschaftliche Publikationen. Zu diesen renommierten Partnern zählen u.a.:

- die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
- die Bayerische Akademie der Schönen Künste
- die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt
- die Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts
- das Deutsche Literaturarchiv, Marbach
- das Deutsche Museum in München
- die Deutsche Schillergesellschaft
- das Forschungsinstitut für Philosophie in Hannover
- die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
- die Gedenkstätte Flossenbürg
- das Gleimhaus Halberstadt
- die Goethe Gesellschaft
- das Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg
- das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts
- die Klassik Stiftung Weimar
- das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen
- die Lessing Akademie in Wolfenbüttel
- die Lessing Society in Cincinnati, Ohio
- das Minerva Institut für Deutsche Geschichte in Tel Aviv
- die Internationale Rilke-Gesellschaft
- die Rückert-Gesellschaft e.V.
- das Schweizer Literaturarchiv
- die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
- die Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt
- das Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam
- die Gedenkstätte Yad Vashem
- die Wüstenrot Stiftung
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