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Landjudenschaften in Deutschland als Organe jüdischer Selbstverwaltung von der frühen Neuzeit bis ins neunzehnte Jahrhundert

Eine Quellensammlung. Band 2: Mittelrheinlande und Hessen (Fortsetzung), Franken, Pfalz-Saarland
Landjudenschaften in Deutschland als Organe jüdischer Selbstverwaltung von der frühen Neuzeit bis ins neunzehnte Jahrhundert


Herausgegeben von Daniel J. Cohen i. A. der Israelischen Akademie der Wissenschaften u. der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Bandnummer: 2
€ 50,00 (D)
€ 51,40 (A)
CHF 77,90
alle Preise inkl. MwSt,
zzgl. Versandkosten
vergriffen
644 Seiten
Einband: gebunden, Ganzleinen
Format: 15 x 24
ISBN: 978-3-89244-419-0
Die vorliegende Quellensammlung enthält Dokumente in drei Sprachen - Deutsch, Hebräisch und Jiddisch, die entweder von Juden geschrieben oder von Landesherren an Juden gerichtet wurden.
Im Unterschied zu den Länderräten und ähnlichen Verbänden in Osteuropa, die als zentrales Gremium jüdischer Selbstverwaltung die ihnen unterstehenden Jüdischen Institutionen auf Bezirks- und Landesebene vertraten, sind die deutschen Landjudenschaften des 17. und 18. Jahrhunderts als Zusammenschlüsse von Einzelpersonen zu verstehen, welche die Aufgaben örtlicher Gemeindeverwaltungen übernahmen und auch als Gemeindeverband fungierten, wenn es galt, jüdische Angelegenheiten nach innen und außen zu vertreten. Die hier vorgelegten Quellen vermitteln ein Bild von den Aktivitäten der Landjudenschaften als Institutionen jüdischer Autonomie und zeigen gleichzeitig auf, wie die Landjudenschaften von den jeweiligen Herrschern als Aufsichts- und Machtinstrumente benutzt wurden.
In diesem Zusammenhang sind besonders die Protokolle der Landtage hervorzuheben. Zu diesen in der Regel alle drei Jahre stattfindenden Versammlungen reisten Vertreter der Landjuden an, in der Hauptsache, um die Anzahl der steuerpflichtigen und die Höhe der von jedem Haushalt zu entrichtenden Steuern festzulegen, jedoch auch, um neue Gemeindefunktionäre, also Vorsteher, Steuereinnehmer, ehrenamtliche Lobbyisten in Gemeindeangelegenheiten, Rabbiner oder Vorsitzende von Rabbinatsgerichten zu bestimmen. Unter den hier veröffentlichen Quellen finden sich auch die detaillierten Verordnungen, welche den Wahlmodus der Gemeindefunktionäre, die Bemessung der Steuern und die Regelung innergemeindlicher Angelegenheiten festlegten.
Die Dokumente sind geographisch nach Provenienz geordnet, d. h. nach Ländern und Regierungsbezirken. Die chronologische Abfolge der Quellen innerhalb eines geographischen Eintrags wurde bewahrt. In seiner ausführlichen Einleitung gibt der Herausgeber einen Überrblick über die geschichtliche Entwicklung der Landjudenschaften und ihrer Organisationen und liefert eine Einschätzung der Quellen, auf denen seine Edition basiert.
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