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Claus Victor Bock
Untergetaucht unter Freunden
Ein Bericht. Amsterdam 1942-1945 |

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CHF 34,90
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lieferbar ab 07/2008
164 Seiten Einband: engl. broschiert
ISBN: 978-3-8353-0366-9
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Publikation der Stiftung Castrum Peregrini, bereits 2004 in Amsterdam erschienen.
Claus Victor Bock, Jahrgang 1926, einer jener Untertaucher, die im Amsterdamer Exil überlebt haben, schildert in seinem eindringlichem Bericht, wie eine Gruppe Verfolgter der täglichen Bedrohung auf wohl einzigartige Weise begegnet.
Link: www.castrumperegrini.org
Vor vielen Jahren war der Krieg in Europa zu Ende. Er war das Ende einer Gewaltherrschaft, die unerhörte Opfer gefordert - und zugleich Widerstand geweckt hatte. Im Angesicht der Gewalt wurden Strategien des Überlebens entwickelt, die heute, Jahrzehnte später, abenteuerlich anmuten.
Eine dieser Strategien wurde in einem Amsterdamer Grachtenhaus erprobt. Rassisch und politisch Verfolgte - fast alles junge Menschen unter 20 - bewältigten hier auf engstem Raum die seelischen Ängste und zwischenmenschlichen Spannungen.
Während draußen deutsche Soldaten ihre Marschlieder sangen, las man hinter verschlossenen Gardinen deutsche Gedichte. Man lebte in der Zucht großer Gedanken und in der Gewissheit, dass das Deutschland, das man täglich skandierte, das eigentliche, nicht pervertierte sei. Man floh nicht vor der Wirklichkeit, man stellte ihr eine andere gegenüber. »Wenn wir Gedichte lesen sind wir unsichtbar«, sagte einer. - Als die Deutsche Polizei dann in der Wohnung stand, kam alles doch ganz anders.
Max Beckmann, der ein paar Straßen weiter wohnte, wusste von Gisèle und den bei ihr Versteckten. Er hat die Bedrohung dieser Jahre in mehreren großen Bildern festgehalten. Auf dem Schauspieler-Triptychon agierte ein Kriegsknecht mit der Hellebarde. Ein Mann tritt ihm mit beschwörender Gebärde entgegen. Eine Frau faltet die Hände vor der Brust. Unter der Bühne sieht man die Füße der Untertaucher. Auch in Beckmanns Argonauten, entstanden aus Gesprächen mit Wolfgang Frommel, sollte sich die Gruppe wiedererkennen.
Als die Kanadier Mai 1945 in die Stadt einziehen, kommt es zu Handgreiflichkeiten der Bevölkerung gegenüber denen, die sich nun endlich in Sicherheit wähnen ...
Ein paar Monate später schifft Claus Victor Bock sich nach Indien ein. Sein wertvolles Gepäck sind Karteikästen: tausende Zettel, die die Dichtung Stefan Georges enthalten. Das waren die Worte, an denen sich die Versteckten aufgerichtet, die sie immer wieder gelesen hatten: die Dichtung, die ihnen half zu überdauern.
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