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Das Leben des Michelangelo Merisi da Caravaggio // La Vita di Michelangelo Merisi da Caravaggio Giovan Pietro Bellori

Das Leben des Michelangelo Merisi da Caravaggio // La Vita di Michelangelo Merisi da Caravaggio

Herausgegeben, neu übersetzt, kommentiert und mit einem Essay versehen von Valeska von Rosen. Übersetzung und Kommentar unter Mitarbeit von Anja Brug und Isabell Franconi Italienisch-Deutsche Ausgabe
Reihe: Giovan Pietro Bellori: Le vite de’ pittori scultori ed architetti moderni. Die Lebensbeschreibungen der modernen Maler, Bildhauer und Architekten (hg. von Elisabeth Oy-Marra, Tristan Weddigen und Anja Brug)
Band 5

ca. € 24,00 (D) | ca. € 24,70 (A)

voraussichtlich lieferbar ab 05.11.2018
ca. 192 S., ca. 14, z.T. farb. Abb., geb.
ISBN 978-3-8353-3366-6

Inhalt

Ein brillanter Essay über den Begründer der Barockmalerei und ein Meilenstein in der Entwicklung der modernen Kunsttheorie.

Die Lebensbeschreibung des Malers Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571 -1610), mit deren Abfassung Giovanni Pietro Bellori die Arbeit an seinen »Viten« begann, stellte ihn vor eine besondere Aufgabe: Wie kann Caravaggios forcierte »Neuheit« und sein bewusster Bruch mit den Traditionen der Malerei beschrieben werden? Welche Begrifflichkeit ist der Bildsprache des Malers adäquat, welche Metaphorik ihr angemessen? Und schließlich: Welcher Modus ist in der Abfassung der Vita zu wählen: ein um Neutralität bemühter kunsttheoretischer oder ein tendenziell kunstkritischer?
Valeska von Rosen zeigt in ihrem Essay, dass Belloris Caravaggio-Vita aus dem Impuls heraus entstand, ein ungewöhnliches künstlerisches »operare«, wie es der Autor nennt, kunsttheoretisch adäquat zu reflektieren und nicht vorrangig kritisch zu bewerten. Bellori versuchte, Caravaggios ungewöhnliche Auffassung malerischer Mimesis theoretisch-begrifflich zu erfassen, dafür eine prägnante Terminologie zu entwickeln und deren Voraussetzungen im antiken Kunstdiskurs aufzuzeigen. Die eigentliche Lebensschilderung des Künstlers bildet entsprechend nur den Rahmen dieses kunsttheoretischen Elaborats, das vorrangig um deskriptive Neutralität bemüht ist und erst dann kritisch Stellung nimmt, wenn es die Makrostruktur der Vitensammlung erfordert, dem Maler einen Ort in einem diachronen Ablauf einer Entwicklungsgeschichte der Kunst zuzuweisen.