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Schreiben und Tilgen Susanne Hantke

Schreiben und Tilgen

Bruno Apitz und die Entstehung des Buchenwald-Romans »Nackt unter Wölfen«

Hg. von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

€ 36,00 (D) | € 37,00 (A)

400 S., 40 Abb., geb., Schutzumschlag
Format: 14,0 x 22,2
ISBN 978-3-8353-3200-3

Inhalt

Zum 60. Jahrestag des Romans »Nackt unter Wölfen« ein elementarer Beitrag zur Entmythologisierung des Buchenwaldgedächtnisses.

Der KZ-Roman »Nackt unter Wölfen«, 1958 in der DDR erschienen, wurde innerhalb kurzer Zeit ein Welterfolg, der bald in 30 Sprachen übersetzt wurde. Sein Autor, der Kommunist Bruno Apitz (1900-1979), war selbst Häftling in Buchenwald gewesen und hatte fast acht Jahre Lager überlebt.
Apitz wollte den Überlebenskampf der Kommunisten im KZ schildern und die politisch-moralischen Konflikte des Widerstands zum Thema machen. Die Idee zum Roman entstand bald nach der Befreiung, doch erst ab 1954 wagte sich Apitz an den Stoff. Drei Jahre lang arbeitete er intensiv an dem Manuskript: Figuren und Szenen fielen dem Prozess zwischen Selbstzensur und konkurrierenden politischen Lesarten zum Opfer. Bis zum Erscheinen dieses Romans waren ehemalige kommunistische Häftlinge und Widerstandskämpfer aus Buchenwald im Kontext des Kalten Krieges von der SED politisch verfemt worden. Der Erfolg des Romans über den kleinen Jungen, der durch den Zusammenhalt der Häftlinge das Lager überlebt, führte aber schließlich zu ihrer Rehabilitierung.
Auf der Basis des von ihr vollständig erschlossenen Romanmanuskripts zeichnet Susanne Hantke den Schreib- und Entstehungsprozess des antifaschistischen Bestsellers nach und erhellt darin vielfach unbekannte biografische und politische Hintergründe.

Pressestimmen

»Die Lektüre ist eine nachhaltige Bereicherung für alle, denen die Wege deutscher Geschichte zum Verständnis der Gegenwart wichtig sind.«
(Silvester Lechner, DZOK-Mitteilungen, Heft 69, 2018)

»eine imponierende historiographische und philologische Studie«
(Sascha Feuchert, Bulletin Einsicht, November 2018)

»Dies unaufgeregt und facettenreich ins Bewusstsein zu rufen, ist das Verdienst der Studie von Susanne Hantke.«
(Jens Flemming, literaturkritik.de, Dezember 2018)

»ein Blick hinter die Kulissen in die Werkstatt des DDR-Antifaschismus«
(Annette Leo, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Heft 1/2019)

»sehr interessant und aufschlussreich.«
(Ilko-Sascha Kowalczuk, Das Historisch-Politische Buch, 2019, Heft 1)