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Nach dem Raub Anton Weise

Nach dem Raub

Die Vermögensverwertungsstelle beim Oberfinanzpräsidenten Hannover (1941-1950)

Reihe: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen (hg. von der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen)
Band 290

€ 34,90 (D) | € 35,90 (A)

328 S., geb., Schutzumschlag
Format: 15,5 x 23,0
ISBN 978-3-8353-3061-0

Inhalt

Die Finanzbürokratie und ihre Beamten im NS-Staat - ein wichtiger Beitrag zur Holocaust- und Täterforschung in Niedersachsen.

Mit den 1941 einsetzenden Deportationen der deutschen Juden wurde die Reichsfinanzverwaltung zum entscheidenden Behördenzweig für die Aneignung und Verwertung derer Vermögen. Ende des Jahres wurden dezentral agierende »Vermögensverwertungsstellen« (VVS) eingerichtet - so auch die VVS beim Oberfinanzpräsidenten Hannover, zuständig für die Mitte und den Süden des heutigen Landes Niedersachsen, deren reiche archivische Überlieferung schon für verschiedene Fallstudien herangezogen wurde.
Anton Weise konzentriert sich auf diese Einrichtung und wertet die Quellen nach Fragestellungen der viel diskutierten NS-Täterforschung aus: Wer waren die Bediensteten, und wie agierten sie konkret? Wie lässt sich ihre Tätigkeit in den Prozess des Holocaust einordnen? Wer profitierte in welchem Maße von der Ermordung und Beraubung der Juden? Die Ergebnisse sprechen dafür, dass an diesem Raub ein vielfältiges Behördennetzwerk beteiligt war. Von den Vermögen der Opfer des nationalsozialistischen Regimes profitierten große Teile der Bevölkerung auf unterschiedlichste Weise.

Pressestimmen

»Weise hat mit seiner Monografie einen beachtlichen Beitrag zur Funktionsweise von nationalsozialistischen Institutionen auf lokaler bzw. regionaler Ebene geliefert.«
(Horst Thum, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Heft 9/2017)

»schließt (...) eine große Lücke bei der Erforschung der Rolle der Finanzverwaltung beim Holocaust«
(Martin Friedenberger, Einsicht 18 – Bulletin des Fritz Bauer Instituts, Herbst 2017)

»eine ausgezeichnet recherchierte Einzelstudie«
(Kirsten Hoffmann, Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, 2018)