Seite drucken
Die Farben der Klassik

Die Farben der Klassik

Wissenschaft – Ästhetik – Literatur

Hg. von Martin Dönike, Jutta Müller-Tamm und Friedrich Steinle
Reihe: Schriftenreihe des Zentrums für Klassikforschung (hg. vom Vorstand des Zentrums für Klassikforschung)
Band 3

€ 68,00 (D) | € 69,90 (A)

344 S., 96 farb., Abb., Leinen, Schutzumschlag
Format: 15,5 x 23,0
ISBN 978-3-8353-1820-5

Inhalt

War die Antike wirklich weiß? - »Die Farben der Klassik« zeigt einen bunten und sinnlichen Klassizismus um 1800.

Die wirkungsmächtigste Bestimmung der Klassik und zugleich ein zentrales Element des Klassizismus liegen in der Ausrichtung auf Form, Linie und Gestalt. Komplementär dazu erweist sich die Abwertung oder auch Ablehnung von Farbe und Farbigkeit als Charakteristikum klassizistischer Programmatik. Bis heute werden diese Kriterien als wichtige Merkmale des Klassischen betrachtet. Insbesondere gilt dies für das Ideal reiner Marmorweiße, das seinerzeit auch infolge der Schriften Johann Joachim Winckelmanns zunächst nicht in Frage gestellt wurde, obwohl Winckelmann selbst durchaus um die Farbigkeit in der Antike wusste, wie damals nicht zuletzt die Ausgrabungen in Herculaneum und Pompeji zeigten. Diesen Positionen stehen zwei signifikante Beobachtungen gegenüber: Einerseits wandelte sich um 1800 das Bild der Antike gerade im Hinblick auf chromatische Fragen, andererseits beeinflussten Transformationen von Farbwissen und Farbauffassung die künstlerische Praxis und die Lebenswelt in vielfältiger Weise. Und nicht zuletzt machte Goethe in seiner »Farbenlehre« die Farbe zum Zentrum einer umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung, die er mit kaum weniger Aufwand betrieb als die Arbeit an seinem »Faust«.
Der Band versammelt Beiträge, die gegen das gängige Bild eines betont unbunten Klassizismus die Bedeutung der Farbe als Material und Diskurselement, als ästhetischer Wert und wissenschaftlicher Gegenstand für die Zeit um 1800 herausarbeiten. Ziel ist es, Reichtum und sinnliche Vitalität eines bunten Klassizismus wieder erkennbar werden zu lassen.

Inhaltsverzeichnis

Pressestimmen

»Der Sammelband (...) bietet einen außerordentlich instruktiven Querschnitt durch ästhetische und wissenschaftliche Farbdiskurse und Farbpraktiken der Zeit um 1800.«
(Olav Krämer, Zeitschrift für Germanistik XXVIII, 2/2018)