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Generation in Kesseln Norman Ächtler

Generation in Kesseln

Das Soldatische Opfernarrativ im westdeutschen Kriegsroman 1945–1960


€ 29,90 (D) | € 30,80 (A)

456 S., geb., Schutzumschlag
Format: 14,0 x 22,2
ISBN 978-3-8353-1277-7

Inhalt

Über die Entstehung des Mythos von der »sauberen Wehrmacht« im literarischen Feld der Nachkriegszeit.

Bis heute gilt die Schlacht von Stalingrad als der symbolische Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs. Die Einkesselung gehört zu den zentralen Erfahrungen deutscher Soldaten auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Ebenso eindrücklich war die Rücksichtslosigkeit, mit der die Wehrmachtsjustiz die Soldaten in den aussichtslosen Kampf schickte und Deserteure verfolgte.
Die Erfahrung des doppelten Eingekesseltseins zwischen militärischem Gegner und Militärgerichtsbarkeit prägte das Erzählen in der frühen Bundesrepublik nachhaltig: Die deutschen Frontsoldaten wurden dadurch als Leidtragende des deutschen Vernichtungskriegs dargestellt. Die Behauptung, der Soldat sei ausweglos von tödlichen Feinden umgeben gewesen, stilisiert den Kampfeinsatz zur Überlebensstrategie und verschleiert das Verhältnis von Täter und Opfer.
Norman Ächtler zeichnet die Herausbildung des Soldatischen Opfernarrativs im publizistischen Diskurs der Nachkriegszeit und seine literarische Ausgestaltung im Kriegsroman der frühen Bundesrepublik nach. Erstmals geraten Kriegsromane - u.a. von Ernst Jünger, Theodor Plivier und Heinrich Böll - auf einer breiten empirischen Basis in den Blick einer wissenschaftlichen Studie. Mit der Untersuchung von genretypischen Argumentationsschemata und Erzählstrukturen und ihrer Bedeutung für die Verankerung des Bilds vom deutschen Landser als Opfer von Totalitarismus und Krieg im kollektiven Gedächtnis der Deutschen betritt der Band Neuland.

Pressestimmen

»vermittelt interessante Einblicke in das Gefühlsleben der deutschen Veteranen in Westdeutschland von 1945 bis 1960«
(Alaric Searle, Militärgeschichtliche Zeitschrift, 2016)