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Briefe an Freunde Wolfgang Frommel

Briefe an Freunde

Von einer Spanienreise. Mai-August 1951


€ 24,00 (D) | € 24,70 (A)

119 S., engl. brosch.
ISBN 978-3-8353-0370-6

Inhalt

Publikation der Stiftung Castrum Peregrini, bereits 1989 in Amsterdam erschienen.

Link: www.castrumperegrini.org

Dies ist kein Reiseführer, kein Handbuch. Das Spanien der Briefe ist heute so wenig mehr anzutreffen wie das Italien der Italienischen Reise. Frommel nähert sich seinem 50. Lebensjahr: den Geburtstag im Juli 1951 begeht er an Bord, auf der Überfahrt nach den Kanarischen Inseln. Zusammen mit einem deutsch-holländischen Ehepaar ist er auf Erkundung: man will dem Kalten Krieg entfliehen, ehe er sich erhitzt. Eine erneute Auswanderung - diesmal nach Teneriffa - wird ernsthaft erwogen. Im Jahr zuvor, 1950, hatte im Zusammenhang mit der Korea-Krise die Remilitarisierung der Bundesrepublik begonnen; mancher empfand mit Leonard Frank »links, wo das Herz ist«. Trotz des Franco-Regimes fragen sich die drei Reisenden, ob Teneriffa - die spanische Insel außerhalb des europäischen Festlands - ihnen und ihren Freunden eine heile Existenz bietet?
Es ist eine Expedition, die sie unternehmen, keine Urlaubsreise. Für W. Frommel ist es »ein Vorstoss, ein Abtasten neuer Räume«. Die Fahrt mit dem Auto führt über Avignon und Arles nach Saragossa, Madrid und Algeciras. Die letzte Steigerung liegt, wie das eigentliche Ziel, außerhalb Europas: in Tanger und auf Teneriffa.
»Erst indem ich alles nicht nur für mich, sondern auch für meine Freunde betrachte, bekommt es Relief und Gliederung.« Die Offenheit seines Erlebens, sein ganz außerordentliches epistolarisches Talent, der durchschwingende Ton führen den Leser in seine unmittelbare Nähe. Mitteilungs- und Darstellungsfreude - und nächtens die Angst, das negative Prinzip könnte wieder hervorbrechen und das Zerstörungswerk vollziehen ...
Wolfgang Frommels Briefe an Freunde beginnen persönlich, mit dem Abschied vom sterbenden Vater. Und sie schließen persönlich, mit der Rückkehr zu den Freunden: Die Kompassnadel weist »zitternd aber unveränderlich« in ihre Richtung.
Dies ist der erste Briefband aus dem Nachlass Wolfgang Frommels (1902-1986).