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Gottfried Benn
Hernach
Gottfried Benns Briefe an Ursula Ziebarth. Mit Nachschriften zu diesen Briefen von Ursula Ziebarth und einem Kommentar von Jochen Meyer |

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€ 19,90 (D)
€ 20,50 (A)
CHF 28,90
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alle Preise inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten |
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erschienen 2001, lieferbar
504 Seiten mit 30 Abbildungen Einband: Leinen, Schutzumschlag
Format: 12 x 19,4 cm
ISBN: 978-3-89244-488-6
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KurztextPressestimmenBiographieLeseprobe | | |
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»Benns Briefe an Ursula Ziebarth: eine große Entdeckung. Sie zeigen den Dichter in all seiner Liebesnot und Altersmüdigkeit. (...)
Ein halbes Jahrhundert nach Benns Tod - eine große Entdeckung. Groß, weil nicht nur jedes (auch private) Wort dieses rauschhaften, dabei silbengenauen, ja wortkargen Sängers wichtig ist, sondern auch, weil hier Sätze zu finden sind, die uns den Dichter, sein Leben, sein Werk besser verstehen lehren.«
(Rolf Michaelis, Die Zeit)
»Nahezu ein halbes Jahrhundert haben die letzten Liebesbriefe Gottfried Benns wohlverwahrt in einer Schachtel aus Pappmaché überdauert. Kaum jemand, der von ihrer Existenz wußte, nur wenige, die in all den Jahren Einblick erhalten haben in ein Konvolut, das einen der größten Dichter des zwanzigsten Jahrhunderts in seinen letzten Lebensjahren zeigt. Zweihundertzweiundfünfzig Briefe hat Gottfried Benn zwischen dem 5. August 1954 und dem 16. Juni 1956 an Ursula Ziebarth geschrieben, seine letzte große Liebe, die er durch Zufall kennenlernte und an der er bis zu seinem Tod festhielt, als habe ihn das Schicksal an sie gekettet. Wo unsere Leser sonst den Fortsetzungsroman finden, erwartet sie von morgen an der Vorabdruck der Briefe an Ursula Ziebarth, erwartet sie mehr als ein Roman: das Zwiegespräch zweier Liebender, ein Dokument der Literaturgeschichte, kein Briefwechsel, aber doch eine Wechselrede, die die Distanz eines halben Jahrhunderts auf mühelose Weise überwindet.
Da sich Ursula Ziebarths Briefe an den Geliebten nicht erhalten haben, hat die Verfasserin sich zu sogenannten »Nachschriften« entschlossen: erläuternde Bemerkungen über die Vergangenheit, geschrieben aus heutiger Perspektive. Auch diese Zeitdifferenz trägt zur außerordentlichen Wirkung dieser Texte bei (...).«
(Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
»Es ist erst der aus Dichtung und Dokumentation zusammengefügte Gesamttext, den dann der Marbacher Philologe Jochen Meyer diskret und umsichtig ediert hat. Was nun in diesem schönen, fünfhundert Seiten starken Band unter dem Titel »Hernach« vorliegt, muß man sich so ähnlich vorstellen wie eine Neufassung des »Werther« durch eine fortwährend dazwischenredende, kommentierende Lotte. Das Ergebnis ist skurril und großartig.«
(Heinrich Detering, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
»Zufällig, durch einen Anruf, war Benn an die Berlinerin geraten - ein Glückstreffer, so schien es, für den längst berühmten Lyriker (»Morgue«, »Statische Gedichte«, »Trunkene Flut«), bürgerlich Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Nach dem ersten Treffen hatte der alte Charmeur seine Eroberung mit Blumen und Schmeicheleien traktiert. Wenige Tage, und sie war seine »Allerliebste«.
Von all dem war bislang auch Benn-Experten kaum etwas bekannt. Denn erst jetzt, nach fast einem halben Jahrhundert, in dem sie fast jede Ecke der Welt bereist hat, nach einer Reihe anderer Männer, von denen sie nie einen heiratete, und etlichen Büchern, hat Ursula Ziebarth, heute 79 Jahre alt, es gestattet, dass 252 Briefe, die Gottfried Benn ihr geschrieben hat, gedruckt erscheinen.«
(Johannes Saltzwedel, Der Spiegel)
»Vor dem Hintergrund einer auf Diskretion abstellenden Kritik gerät aber aus dem Blick, wie sich in dem Briefband Benns poetische Praxis dennoch auf eigenwillige Weise niederschlägt.«
(Heribert Kuhn, Frankfurter Rundschau)
»(...) eine Nuancierung seiner Biographie, vielleicht ein gelebtes Kapitel seines berühmten Essays »Altern als Problem für Künsler« (...)«
(Rainer Schmitz, Focus)
»Auch in unserem Fall gibt es einen exzellenten Kommentar zu Benns Briefen, den der bekannte Marbacher Experte Jochen Meyer beigesteuert hat.«
(Joachim Dyck, Die Welt)
»Im Briefwechsel mit der heute 80-jährigen Ursula Ziebarth, die man sich als ein worpswedisch gewirktes Früh-Hippie-Mädel vorstellen muss, geht das so weit, dass man das Ringen dieser beiden kolossal ungleichen Individuen umeinander im Kern sogar als ein Ringen um Bürgerlichkeit bezeichnen kann, wobei Ziebarth den aufmüpfigen, kritisch hinterfragenden Part innehat. Hier erscheint Benn darüber hinaus wie nirgends sonst in seinen Lebenszeugnissen als weicher, sorgender, sich ängstigender Mann ohne Panzer: der Liebende als väterlicher, mehr noch: als mütterlicher Freund, eine Seite seines Charakters, die in seiner rundlichen Gestalt früh schon phänotypisch wurde.«
(Tilman Krause, Die Literarische Welt)
»Benn, der Vertrauen zu ihrem literarischen Urteil hatte, weil sie ihn durchaus ernsthaft kritisierte, schickte ihr seine neuesten Gedichte mit der Bitte um Lektorat, Auswahl und Titelvorschlag für einen neuen Band. Er akzeptierte ihre Einwände.«
(Hessischer Rundfunk)
»Ein erstaunlicher, bewegender, lebendiger Dialog nach mehr als fünfundvierzig Jahren.«
(Julia Schröder, Bestenliste - das Literaturmagazin, SWR, Nov 2001)
»Aufschlussreich ist dieser private Briefwechsel dann doch über das rein menschlich Private hinaus. Er offenbart mit wünschenswerter Klarheit das hinter der Pummi-Bärli-Fassade eigentlich stattfindende Machtspiel: Benns erfolgreicher Versuch, seine labil-stabile Ehe nicht zu gefährden und sich gleichzeitig er der jungen Geliebten zu seinen Bedingungen (anonym, diskret, kein »Du« in der Öffentlichkeit) formvollendet zu versichern.«
(Jürgen Wertheimer, Literaturen)
»Sicherlich werden diese Briefe die Bewertung des Lyrikers Benn nicht verändern. Aber sie bereichern das Bild einer vielschichtigen, problematischen Persönlichkeit um etliche menschliche Züge, die bisher in dieser Deutlichkeit noch nicht zu sehen waren.«
(Michael Schäfer, Göttinger Tageblatt)
»Fast 50 Jahre hatte Ziebarth diese Briefe bei sich aufbewahrt, 252 an der Zahl, bis sie sich jetzt zur Veröffentlichung entschlossen hat - mit sehr ausführlichen Zwischentexten von ihr und einem umfangreichen Erläuterungsteil von Jochen Meyer vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach, so präzise und kompetent, wie man es von Marbach und von Jochen Meyer erwarten durfte.
(...) den Menschen Gottfried Benn lernt man hier in gleicher Intensität kennen und damit auch den Lebenshintergrund, vor dem sich sein Spätwerk abhebt. Gerade die Privatheit dieser Briefe lässt den Leser gleichsam um Entschuldigung bitten, dass man sie überhaupt gelesen hat, so sehr rückt einem das ungeschützt Menschliche-Allzumenschliche dieser bewegenden Dokumentation einer großen Altersliebe auf den Leib.«
(Matthias Richter, NDR)
»Gerade darum ist der Band so lesenswert: Es sind die schriftlichen Reste einer späten, problematischen Liebe, keine schöngeistigen Verlautbarungen eines Großschriftstellers. Seinen Reiz erfährt der mit Bildern, Dokumenten und Kommentaren versehene Band vor allem durch die wunderbar lakonischen Nachschriften von Ursula Ziebarth. (...)
Mit der Leichtigkeit des Alters und der leisen Ironie zeitlicher Distanz ist der 80-jährigen ein wunderbares Stück Literatur gelungen: Ein Buch, das mehr ist als eine Dokumentenmappe für Benn-Forscher.«
(Dirk Pilz, Märkische Allgemeine Zeitung)
»Das ist eine wirkliche Sensation: 45 Jahre nach Gottfried Benns Tod erscheinen über 250 bislang unveröffentlichte Briefe des großen, aber immer umstrittenen Dichters. (...)
Frau Ziebarth, Benns letzte Geliebte, deren Briefe an den Dichter leider unauffindbar verloren sind, hat ihre Antworten in zahlreichen Nachschriften nachgeholt; sie sind überzeugend und offenbar sehr zuverlässig - sie tragen zu einem der reichsten, farbigsten, dramatischsten, menschlich wie literarisch hinreißendsten Briefbände bei, den ich seit langem gelesen habe, zu einem grandiosen Selbstportrait des Dichters und zum Bildnis einer ungewöhnlichen Frau, die heute noch in unserer alt-neuen Hauptstadt lebt und schreibt. (...)
Unmöglich, die Fülle, die Herrlichkeiten, die Erschütterungen, die humane Grandezza dieses Briefbuches in einer Rezension ganz zu fassen. Also: Kauft, Leute, und lest selbst! Ich gebe zwei kleine Warnhinweise: Ohne jegliche Vorkenntnisse zu Gottfried Benns Werk und Leben ist diese Lektüre nicht ratsam.«
(Wolfgang Hädecke, Sächsische Zeitung)
»Ein erstaunlicher, bewegender, lebendiger Dialog nach mehr als fünfundvierzig Jahren.«
(Julia Schröder, Südwestrundfunk)
»Der Dichter, der zuweilen mehrere Geliebte nach dem Motto »Gute Regie ist besser als Treue« dirigiert und den Beischlaf mit Zugabteil-Bekanntschaften wie ein Konfekt genossen hatte, erweist sich als zärtlicher Liebhaber. »Hernach« ist ein seltener Glücksfall: ein Zwiegespräch, dem wenig fremd ist zwischen Frühstück und Gedicht, über den Tod hinweg.«
(Jörg Plath, Financial Times Deutschland)
»Es sind Briefe von ungewöhnlicher Zärtlichkeit, die Ursula Ziebarth jetzt veröffentlicht hat.«
(Claus Dreckmann, Bunte)
»Was die Lektüre dieser Briefe zu einem außergewöhnlichen Lesevergnügen macht, sind die ausführlichen »Nachschriften«, in denen Ursula Ziebarth mit einer wilden Lust an den anekdotischen Abschweifungen die einzelnen Briefe kommentiert hat. (...)
Bei allen Ähnlichkeiten in der einschlägigen Liebesstrategie Benns markieren die Briefe an Ursula Ziebarth auch elementare Unterschiede zu der bislang bekannten Benn-Korrespondenz. Zum ersten Mal, so scheint es, fallen in den Briefen die obligaten ästhetischen Stilisierungen weg, mit denen Benn z. B. seine berühmten Episteln an den Bremer Großkaufmann F. W. Oelze gewürzt hat. Das Maskenspiel weicht einer ungeschützten Selbstentblößung, einer mal euphorischen, mal aggressiven Schreib-Spontaneität, die in rastlosen, täglich oft mehrere Briefe umfassenden Produktion seinen Ausdruck findet.«
(Michael Braun, Saarländischer Rundfunk)
»Dr. Jochen Meyer, Leiter der Handschriftenabteilung in Marbach, erarbeitete zusammen mit Frau Ziebarth eine Edition, die man mustergültig nennen darf.«
(Thilo Koch, Südkurier)
»Wichtig ist dieser Band vor allem, weil er ein bisher unbekanntes Kapitel im Leben Benns erhellt. Er zeigt einen Mann, der in seine einsamen Tage noch einmal etwas Glanz brachte, für sein bisschen Glück aber auch ganz schön leiden musste.«
(Klaus Bellin, Neues Deutschland)
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