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Die Italiengeneration Till Manning

Die Italiengeneration

Stilbildung durch Massentourismus in den 1950er und 1960er Jahren

Reihe: Göttinger Studien zur Generationsforschung. Veröffentlichungen des DFG-Graduiertenkollegs »Generationengeschichte« (hg. von Bernd Weisbrod)
Band 5

€ 39,90 (D) | € 41,10 (A)

416 S., 6 Abb., geb., Schutzumschlag
Format: 14,5 x 22 cm
ISBN 978-3-8353-0647-9

Inhalt

Mit dem Käfer über den Brenner: Das Einsetzen des Massentourismus als Generationsbruch.

Mit ihrem Schlager »Komm ein bisschen mit nach Italien ...« besang Caterina Valente 1956 die neu erwachte Reiselust der Bundesbürger. Mitte der 1960er Jahre gehörte es schließlich zum guten Ton, die »schönsten Wochen des Jahres« außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen - am liebsten in Italien. Der Massentourismus erfasste immer weitere Schichten der Bevölkerung und der Italienurlaub wurde zur relativ leicht käuflichen Ware.
Mit der Durchsetzung des modernen Massentourismus wurde das bisherige Bildungspostulat für eine Urlaubsreise herausgefordert: Sonne, Strand und Meer waren das eigentliche Reiseziel im konsumorientierten Vergnügungsurlaub. Die kulturelle Praxis der neuen Touristen stellte die Deutungshoheit der bürgerlichen Reiseelite in Frage und markierte einen stilistischen Generationsbruch. Im Italienurlaub der Nachkriegszeit offenbarte sich eine neue Stilgeneration mit einem ganz eigenen touristischen Habitus, der alle zeit­genössischen Alterskohorten in einer »gefühlten Gemeinschaft« zusammenführte: der »Italiengeneration«.